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Censura Desß zu Marpurgk getruckten Buchs, dessen Titul : Kurtzer, doch Gründlicher Bericht, nach Innhalt der Augspurgischen Confession, Von den vornembsten streitigen ReformationsArtickeln, zwischen den Evangelischen, In Frag und Antwort, auß Gottes Wort, der alten Lehrer, und so wol Lutheri als Calvini, und beyderseits Theologen Büchern und Bekandtnussen, trewlich zusammen gezogen, Durch M. Jacobum Sartorium, &c. Auff einstendiges Anhalten vornemer Leute, kürtzlich gestellet Von Balthasare Mentzero, der heyligen Schrifft Doctore, und hiebevor zu Marpurg, jetzo zu Giessen Professore Ordinario
Entstehung
Seite
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Von dem ratuͤrlichen Brot/ vnd deſſrlben Breckung. 93

Ein ſolche Gelegenbeit aber hates mit derogleich en Reden/ dz dieſelbige mit nichten gehoͤ en zur Foꝛm di in mehrem Weſen der Sacramemẽ(wel⸗ che beſtehet in dero von Chrißio ſeibſtin der Sufftung außgetruckten Hand⸗ lung/ mit nichten aber in bloſſer Anbuldung/ Ehnligkeit/ Vergleichung/ Vorhbildung/ oder wie man es nennen wil: Sintemal ſolche Sleichnuſſen vber alle maſſen weit gehen/ vnd gantz gemeyn ſind im gantzen menſchlichen Leben/ wann ſchon von keinem Sacrament gedacht wird /) Sondern ſind zu dem Ende gerichtet/ daß dardurch der Nutz vnnd Frucht der Sacra⸗ meneen fein verſtaͤndiglich erkleret vnd erlaͤutert werde. Als zum Exempel / vnſer E Chriſtus predigt/ Joh. 6. von dem Himmelbrot/ dem man- na, daß die Juden in der Wuͤſten geeſſen haben. Dannenhero nimbt er Ge⸗ legenheit zu predigen von der geiſtlichen Nieſſung ſeines Fleiſch vnd Bluts/ durch wahren Glauben. Da ſiehet ſchon die feine anmuͤhtige Vergleichung: Gleich wie durch das mannz die Juden leiblich geſpeiſet worden zu dem na⸗ tuͤrlichen Leben/ alſo iſt das Fleiſch vnnd Blut Chriſti eine geiſtliche Speiſe vnd Tranck zum ewigen Leben/ ich wil je nicht wehnen/ daß Sartorius dan⸗ nen hero ſchlieſſen ſolle/ die Juden haben das Abendmal deß HEx- gehal⸗ ten in der Wuͤſten/ ſintemal ſie keinen Wein gehabt/ der doch notwendig dar⸗ bey fein muß/ vermoͤge der Stifftung. Alſo iſt diß bey den Kirchenlehrern gemein/ daß ſie ſchreiben/ gleich wie das Brot auß vielen Koͤrnlein/ vnnd der Wein auß vielen Traͤublein gemacht wird/ alſo ſollen die Chriſten vnter einander einig ſeyn. Item ich kan wol ſagen/ wie das Korn zuvor muß ge⸗ mahlen/ vnd die Weinbeern in der Kaltern zertruckt vnnd außgepreſſet wer⸗ den/ alſo muͤſſen die Chriſten durch viel Truͤbſal eingehen in das ewige Le⸗ ben vnd derogleichen viel mehr. Was thut aber ſolches alles zu der Form deß Sacraments? Fuͤrwar eine bloſſe Gleichnuß kan kein Sacrament ma⸗ chen; vnnd iſt lautere Vanitet, daß man die Form der Sacramenten in der Gleichnuß finden wil. Hiervon haben wir eine ſonderbare Diſputation/ in dem dritten tomo Gieſſenſ.diſp. 8. wer da wil/ mag ſie daſelbſt auffſchla⸗ gen/ wird er befinden/ wie gantz nichtig vnd kindiſch es ſeye/ auß einer jeden Gleichnuß eine analogiam Sacramentalem erzwingen woͤllen. Bedencke doch ein Chriſt die Sachen nur bey ſich ſelbſt reifflich. Ein vortrefflicher medicus gibt mir in meiner hoͤchſten Schwachheit ein edel vortrefflich Me⸗ dicament/ ſo bald ich das eingenommen/ empfindet mein Hertz newe Krafft/ daß ich gleichſam/ da ich halb todt ware/ widerumb anſahe zu leben. Da mache ich nun eine ſolche Vergleich ung: Gleich wie dieſe leibliche Artzney mein Herz erquickt/ daß ſich meine natuͤrliche Kraͤfftẽ erholet/ vnd ich.

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NB.