Druckschrift 
Censura Desß zu Marpurgk getruckten Buchs, dessen Titul : Kurtzer, doch Gründlicher Bericht, nach Innhalt der Augspurgischen Confession, Von den vornembsten streitigen ReformationsArtickeln, zwischen den Evangelischen, In Frag und Antwort, auß Gottes Wort, der alten Lehrer, und so wol Lutheri als Calvini, und beyderseits Theologen Büchern und Bekandtnussen, trewlich zusammen gezogen, Durch M. Jacobum Sartorium, &c. Auff einstendiges Anhalten vornemer Leute, kürtzlich gestellet Von Balthasare Mentzero, der heyligen Schrifft Doctore, und hiebevor zu Marpurg, jetzo zu Giessen Professore Ordinario
Entstehung
Seite
91
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DSen dem naͤtarllehen Bwot/vnd deſſelben Brechung. 5⸗ Pheun Bror eßfe/ vnd froͤllcham Wein trincke: Elntemal/ wie Sanct Paulus ſage in der erſten Cormeh am 11. v. 22. Habr jtzr nicht Hoͤuſer dajhr eſſen vnd trincken moͤget? So hetten je die Apoſtel ſchon Mahlzetr ge⸗ halten/ vnnd waren leiblich weder hungerig noch durſtig da der HERR EHRiſtus das heylig Abendmal einſatzte. Darumb der Canon Nicenus ſagt/ wir nemen im Abendmal nur ein wenig Brot/ dieweil es dienen ſoll. nicht zu Erſettigung/ ſondern zur Heyligung. Dannenherowir alſo ſchlieſſen muͤſſen: Wann die Analogia vnd aͤhnlichheit.(Gleich wie Brot vnd Wein⸗ den Menſchen nehren onnd erfroͤlichen in natuͤrlichem Leben/ alſo er⸗⸗ auickt der Leib vnnd das Blut deß HErrn die Seelzum ewigen Leben) iſt⸗ die Form vnd jnnere Weſen deß Abendmals/ ſo muß folgen/ daß als dann vnnd daſelbſt das Abendmal recht gehalten werde/ da ſolche Ana⸗. logia ſtatt hat/ vnnd wo ſie nicht ſtatt hat/ daß daſelbſt auch kein Abend⸗ mal ſey. Poſità formàâ vel nega ¾, ponitur vel negatur formatum. Nun aber hat obgemelte Analogia richtige ſratt vnd platz bey einer feinen« Chriſtlichen Malzeit/ da man Gott danckt vor beſcherete Speiß vnd Tranck/« onnd ſich darbey erinnert der Himmlichen vnd geiſtlichen Speiſe zum ewi⸗⸗ gen Leben/ da etwa die Kinder vor dem Tiſch beren/ vnnd alles beydes« zuſammenfaſſen/ daß wie ſie GO T T leiblich ſpeiſe/ alſo woͤlle er ſie auch geiſtlich ſettigen an der Seelen. Moaͤllen wir ein Exem pel auß der Schrifft? Geneſ. 14 verſ. 18. verehrt Melch ſedech Abraham vnnd ſeinem beyhabenden Kriegsleuten/ Brot vnd Wein/ ſich zu erquicken: Dnnd ſegnete ihn/ daun er war ein Prieſter Gottes deß Hoͤchſten. Dieſe muͤde Lente erfuhren in der That/ was im 104. Pſalm v. i5 ſtehet/ daß das Brot deß Menſchen Herz ſtercket/ vnnd der Wein deß Menſchen Hertz erfrewet. Vnnd hoͤreten darneben den Goͤttlichen Segen/ daß ſie mit Warheit koͤnnen ſagen: Gleich wie wir jezo mit Brot vnnd Wein ſind leib⸗ lich erq uickt/ erfrewet vnnd geſettiget worden/ alſo wird der/ vnſerm Herꝛn dem Abraham/ verſprochene Meſſias ons geiſtlich erquicken vnnd erfriſchen zum Himmliſchen Leben. Hetten alſo Abraham vnnd ſei⸗ ne Leute das heylige Abendmahl damals gehalten/ wann Sartori onnd Schoͤnfelds Analogia ein Sacrament machen koͤnnen. Hin⸗ widerumb: Wann Doctor Schoͤnfeld zu Marpurg/ vnnd Sartorius in Ropperhauſen jhr Abendmal halten/ da iſt ſolche Analogia nicht. Dann/ wie zuvor erwieſen/ im Gebrauch deß heyligen Abendmals mumbt man nur ein wenig Brot vnnd Wein/ auch nicht M ij zu dem