Druckschrift 
Censura Desß zu Marpurgk getruckten Buchs, dessen Titul : Kurtzer, doch Gründlicher Bericht, nach Innhalt der Augspurgischen Confession, Von den vornembsten streitigen ReformationsArtickeln, zwischen den Evangelischen, In Frag und Antwort, auß Gottes Wort, der alten Lehrer, und so wol Lutheri als Calvini, und beyderseits Theologen Büchern und Bekandtnussen, trewlich zusammen gezogen, Durch M. Jacobum Sartorium, &c. Auff einstendiges Anhalten vornemer Leute, kürtzlich gestellet Von Balthasare Mentzero, der heyligen Schrifft Doctore, und hiebevor zu Marpurg, jetzo zu Giessen Professore Ordinario
Entstehung
Seite
21
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Von der Perſon Chriſti. Ir

der Sohn Gortes geſtorben were/ wofte er zumahl nicht glauben/ wle ſeme Retzeriſche Rede bekandt iſt da er ſagt: Du dar fſſt dich nicht beruͤk men/ mein Jud/ dann du hoſt nicht Gott/ ſondern emen Menſchen geroͤdtet Ob aber die Zwinglianer mit hrer lloioſei dieſet Neſtoranſcher Ketzerey ſich endledt⸗ gen koͤnnen/ dar von haben wir in andern Schrifften nach Nottur fft gehan⸗ delt/ vnnd die Sach en ſo wen außgefuͤhret/ daß es Gegentheil an Anrwort mangelt, vnd ſich anſehen leſſet/ daß ſie ihnen nickt gar wol bewuſt ſeyen/ zu mal die jenigen/ die da offentlich in die Welt geſchrieben/ allein die menſchliche Natur habe gelitten vnd ſcye geſtorben/ nicht aber die Perſon: Machen auch bey dem ſitzen zur Rechten Gortes zween vnterſchiedene Stuel/ einen vor die Gottheu/ den andern vor die Menſch heit/ tichten auch zweyerley Gebet/ eins zu der Goteheit/ das ander zu der Menſchhetk. Werl aber Kartorius der ſelben Geſelſchafft wie er außg be nicht ſein wil. laſſen wir es hict bey vor dißmal be⸗ ruhen Muͤſſen gleichwolerinnern/ daß ſein Schluß ſehr vbel ſchlieſſe. Dann er vermeynet dieweil die beyde Naturen in Chriſto vnd jhrn Eigenſchafften weſentlich vnterſcheiden ſind vnd bletben/ ſo ſeye es falſch vnd vnrecht, wann man lehret die Goͤꝛtliche Krafft vnd Allmacht ſeye durch die Perſoͤnliche Ver⸗ einigung der menſchlichen Ratur deß Herꝛn Chriſti geſchenckt vnnd mitge⸗ thenlerworden? Darvon aber wohe wir hernach die Zeugnuſſen der Schriffe auffſuchen/ die vns zaͤntziich entſcheiden ſollen. Jetzo wollen wir diß einem jeden Chriſten Gottſeeliglich zu betrachten anheim geben/ daß der ewige Sohn Gottes/ in dem er die menſch uche Natur in Einigkeit ſeiner Perſon auff vnd angenommen/ hat er ſeine Perſon der Menſchheit geſchenckt vnd mitgetheilet/ daß dieſelbige ſeine Menſchbeit beſtehet(nicht in einer beſonde⸗ ren menſchlichen Perſon/ wie Petrus, Paulus/ du vnnd ich/ vnd ſonſt alle andete Menſchen/ daß ein jeder fuͤr ſich ſeibſt ſeine eigene menſchliche Per⸗ ſon hat/ vnd eben darmit vnd darinn ein Menſch von dem andern vnterſchei⸗ den wird daß/ Petrus iſt nich: Paulus Parlus iſt nicht Petrus ꝛc. Son⸗ dern) in der Goͤttlichen Perſon deß ewigen Sohns Gotteg.

Dasretten nun hervor alle Zwingliſche vnd Calviniſche ehrer/ vnnd geben vns klare tichtige/ vnd vollken mene Amwerr/ ver Gotrt vnnd ſeiner lteben Chriſtlichen Kirchen/ ob die vnendli de Perſon deß ewigen Sohns Gotrtes in welcher Einigkett er ſeine Menſchheit angenommen Goͤttlich, o⸗ der aber menſchlich ſey? Rein Chriſt wird ſagen/ daß ſie menſchlich ſey Iſt demnach Goͤrtlich: Gleick wie auch die Perſon Gottes deß Vartters/ vnnd deß heyligen Geiſtes Goͤnuch iſt. Diß Snanen an alſo geſetzt/ folget

iiij nun