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Nach den vorliegenden Ergebniſſen haben nur wenige Beſitzer einen bedeutenden Betrag an Natural⸗Erzeugniſſen zu verkaufen, doch iſt dabei auch der geringe Ver⸗ kaufswerth des Getreides von Einfluß, der bei der beſſeren Verwerthung des Viehes und ſeiner Producte wohl manchen Beſitzer veranlaßt, ſtatt der theilweiſe theuer einzu⸗ kaufenden Futtermittel ſeine eigenen billigen Körnerfrüchte durch das Vieh zu ver⸗ werthen, wie der Beſitzer des mittleren Gutes auch thut.
Es läßt ſich aus den Geld⸗Rechnungen in Verbindung mit der Natural⸗Rechnung entnehmen, daß ein mittleres Gut von 8—9 Hektar wohl eine Familie in Kirch⸗ Brombach vollſtändig zu beſchäftigen und wohl auch ohne Nebenverdienſt zu ernähren im Stande wäre. Wenn letzteres bei dem hier angezogenen mittleren Gute nicht ganz der Fall iſt, ſo liegt der Grund in der größtentheils weit entfernten Lage der einzelnen Parcellen von der Hofraithe, welcher Umſtand den Beſitzer veranlaßt, ſich der für die Größe ſeines Gutes zu theueren und nicht genug in der Wirthſchaft auszunutzenden Pferdearbeit zu bedienen. Durch einige Nebenfuhren für fremde Rechnung ſucht er dieſem Mangel abzuhelfen.
IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertrag(excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte), die Productionskoſten und den Reinertrag.
Die Rechnungen ergeben: bei dem größeren Gute einen Verluſt, „„ niittleren keine Grundrente, „„ kleineren eine Grundrente von 1,46 pCt.
Dieſes ungünſtige Reſultat, von einem Unternehmergewinn gar nicht zu reden, dürfte ſeine Urſache im Weſentlichen in Folgendem haben:
1. den Fruchtbarkeitsverhältniſſen der Gemarkung,
2. dem im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 3. dem theilweiſe mangelhaften Betrieb,
4. den ſchlechten Preiſen und Ernten der letzten Jahre,
5. den hohen Steuern und Umlagen.
Wie viel die Fruchtbarkeit der Ländereien zu wünſchen übrig läßt, ergibt ſich aus den Ausführungen zu Frage I und IX, denn ein Durchſchnittsertrag der ange⸗ bauten Körnerfrüchte von 5,1 Centner Korn und 9,6 Centner Stroh deckt kaum die heutigen Koſten einer nur mäßig intenſiven Wirthſchaftsweiſe, beſonders bei ſo niedrigen Preiſen der Körnerfrüchte, wie ſie in den letzten Jahren beſtehen. Aber kaum die Hälfte des Ackerlandes der Gemarkung erreicht dieſen Ertrag und iſt deren Fruchtbarkeit unter Mittel. Dazu kommen die hohen Pachtpreiſe, die bei den zahlreichen kleineren Liebhabern in den letzten Jahren nur langſam nachgaben.
Pachtpreiſe von 5 pCt. des dermaligen Grundſtückwerthes, während die Ren⸗ tabilität nicht 3 pCt. desſelben erreicht, zeigen anormale Verhältniſſe und ſind nur


