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nicht prosperirt. Als Gründe für dieſe Erſcheinung bezeichnen die Rentabilitäts⸗ berechnungen: 1. den geringen Preis des Getreides, 2. zu hohe Bodenſchätzungen, 3. zu langſame Akkomodirung der Landwirthe in ihrem Wirthſchaftsbetriebe an die veränderten Verhältniſſe.
In letzter Beziehung muß hauptſächlich hervorgehoben werden, daß, nachdem die Ausgaben in allen einzelnen Poſten ſehr bedeutend geſtiegen ſind, die Eſchbacher Land⸗ wirthe den Forderungen der veränderten Marktkonjunkturen nicht genügend durch Ver⸗ mehrung des Futterbaues und Vergrößerung des Viehſtandes gerecht geworden ſind. Im Allgemeinen muß dem noch hinzugefügt werden, daß die Betriebsweiſe faſt aus⸗ nahmslos noch nicht intenſiv genug iſt.
Aus der Erhebung geht ferner hervor, daß die Bevölkerung noch genügend kapitals⸗ kräftig iſt, daß andererſeits kapitalsbedürftige Landwirthe Geld, wenn auch nicht unter 5 pCt. ohne Amortiſation leicht erhalten können. Die Commiſſion glaubt daher als Maßnahmen, welche eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage der Nieder⸗Eſchbacher Landwirthe erwarten laſſen, die folgenden bezeichnen zu ſollen:
1. Eine beſſere Berufsbildung. Für die jüngere Generation iſt deshalb der Beſuch einer Fachſchule beſonders anzuempfehlen. Im Allgemeinen dürften die land⸗ wirthſchaftlichen Winterſchulen dem Bildungsbedürfniß der Nieder⸗Eſchbacher Land⸗ wirthe entſprechen.
2. Eine Verbeſſerung des Betriebes. Dieſe würde zwar ſchon durch die unter 1. verlangte beſſere Berufsbildung erſtrebt werden, die Commiſſion glaubt jedoch, dieſen Punkt beſonders hervorheben zu ſollen, weil auch die jetzige Generation noch hierin weſentliche Fortſchritte zu machen hat.
3. Eine Herabminderung der Abgabe bei Eigenthumsübergängen und der Staats⸗ und Gemeindeſteuern auf Grundeigenthum. Der Grundkeſitz iſt in dieſer Beziehung enorm höher belaſtet als wie das mobile Kapital und iſt daher eine Gleichſtellung mit dieſem zu erſtreben.
4. Die Errichtung einer Landeskreditkaſſe. Der hohe Zinsfuß von 5 pCt. läßt die Errichtung einer ſolchen als beſonders wünſchenswerth erſcheinen. Dieſelbe müßte den Landwirthen unkündbares Kapital bei gleichzeitiger Amortiſation zu höchſtens 5 Ct. zur Verfügung ſtellen.
5. Hebung der Getreidepreiſe durch entſprechende Zölle.*
Der Berathung über den Bericht, welche das vorſtehende Reſultat hatte, wohnten außer den Unterzeichneten bei: der Präſident des landwirthſchaftlichen Vereins für Oberheſſen Herr Freiherr A. Nordeck zur Rabenau, der Großh. Kreisrath Herr Dr. Braden, das Kreisausſchußmitglied Herr Grimm, der Großh. Bürgermeiſter Herr Fauſt und die Gemeinderathsmitglieder Herren Schwenk, Seibold und Fritzel.
Nider⸗Eſchbach, den 14. October 1885.
J. V.: Weidenhammer, Landesökonomierath. Leithiger, Landwirthſchaftslehrer.


