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1. das Zurückgehen der Getreidepreiſe;
2. zu hohe Bodenſchätzungen;
3. die zu langſame Akkomodirung der Nieder⸗Eſchbacher Landwirthe in ihrem Wirthſchaftsbetriebe an die veränderten Verhältniſſe.
Wenn auch bei dem einzelnen Gute auf die unbefriedigende Rentabilität der oder jener andere Umſtand Einfluß ausübt, die im Weſentlichen bei Beſprechung der Rentabilitätsberechnung des Gutes II und bei Beantwortung der Frage I d ange⸗ führt ſein dürften, ſo ſind es doch hauptſächlich die obigen Momente, die ausſchlag⸗ gebend ſind. In den früheren Jahrzehnten bis in die unmittelbare Gegenwart haben die Nieder⸗Eſchbacher Landwirthe Kapitalien geſammelt, die Güter haben rentirt. Die Wetterau, als eine Kornkammer des weſtlichen Deutſchlands, gehörte auch zu deſſen wohlhabendſten Gegenden. Seitdem ſich aber die Preisverhältniſſe des Ge⸗ treides zu den anderen Gütern weſentlich zu Ungunſten des erſteren verſchoben und die dortigen Landwirthe den veränderten Zeitverhältniſſen zu langſam Rechnung ge⸗ tragen haben, iſt ein Wendepunkt eingetreten. Die nicht ſehr kapitalskräftigen Familien gehen, wenn dann noch eine vielfache Theilung des Vermögens in der letzten Generation hinzukommt, in ihrer Wohlhabenheit weſentlich zurück. Erſt in der aller⸗ neueſten Zeit werden die Landwirthe den Forderungen der veränderten Zeitverhältniſſe mehr gerecht: der Betrieb wird intenſiver, an der Dreifelderwirthſchaft mit ihren vielen Nachtheilen wird gerüttelt und der Viehzucht wird größere Aufmerkſamkeit zugewendet.
Wenn daher die Urſachen der ungenügenden Rentabilität einestheils außerhalb der Einwirkung der dortigen Bewohner liegen, ſo muß anderentheils conſtatirt wer⸗ den, daß die Nieder⸗Eſchbacher Landwirthe redlich bemüht ſind, zu thun, was in ihrer Macht ſteht, die Anpaſſung an die veränderten Zeitverhältniſſe zu erſtreben und daß ſie bei den außerordentlich günſtigen landwirthſchaftlichen⸗ und Markt⸗Verhältniſſen eher wie in jeder anderen Gemeinde in der Lage ſein werden, eine mäßige Grund⸗ rente zu erzielen.
Frage X.
Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen?
Die Gemeinde Nieder⸗Eſchbach gehört ſowohl ihrer klimatiſchen⸗ und Boden⸗ verhältniſſe, wie auch ihrer Abſatzverhältniſſe nach zu den beſten Orten der Wetterau. Die wirthſchaftliche Lage der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung iſt als eine im Großen und Ganzen noch günſtige zu bezeichnen, wenn auch die Verſchuldung be⸗ trächtlich zugenommen hat. Die Bevölkerung iſt fleißig und ſtrebſam und ſucht den Forderungen der Zeit mehr und mehr gerecht zu werden.
Trotzdem geht aus der Erhebung hervor, und es wird dies auch durch die Zu⸗ nahme der Verſchuldung bewieſen, daß die Landwirthſchaft in Nieder⸗Eſchbach z. Z.


