Frage IX.
a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern?
b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf
1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung,
2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke,
3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens,
4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb,
5. ein zu großes Gebäudecapital,
6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe,
7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.),
8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten,
9. beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl.,
10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe?
a. Um die Frage IX für Nieder⸗Eſchbach ſo beantworten zu können, daß ein ziemlich genaues Bild von der wirthſchaftlichen Lage der Bewohner erhalten wird, hat man ſich zu vergegenwärtigen, daß große Bauerngüter, welche 20 und mehr Hectar Culturland beſtellen, abgeſehen von den beiden Pachtgütern, nur 2 vorhanden ſind. In Nieder⸗Eſchbach werden daher ſchon Güter der Gruppe 4 mit 5 bis 10 Hectar Culturland unter Umſtänden als große Bauerngüter bezeichnet. Man kann daher die dortigen Güter in 2 Hauptgruppen unterbringen, in eine Gruppe der größeren Güter und eine der kleineren. Hierzu kommt, daß die ganz kleinen Grundbeſitze, mit ½ bis 2 Hectar, Gelegenheit haben, ſich ſo viel Ackerland zu pachten, daß ſich die Familie beſchäftigen und ernähren kann und daß daher nur ſehr wenige dieſer Bewohner auf Taglohn angewieſen ſind. Alſo die Taglöhnergütchen, welche bei ½ bis 2 Hectar Grundbeſitz ihren Erwerb gleichmäßig aus der Landwirthſchaft und dem Taglohn
entnehmen, ſind hier von untergeordneter Bedeutung. Wie aber aus Beantwortung der Frage VIII, Tabelle D, hervorgeht, iſt die Zahl derjenigen Bewohner, welche
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