Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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für eine Magd 40 50 Mk., nebſt Naturalleiſtungen im Werthe von ca. 50 Mk. Die Koſt für einen Knecht berechnet ſich auf ca. 250 Mk., für eine Magd auf ca. 200 Mk. jährlich. Die ortsanſäſſige Bevölkerung deckt zur Zeit den Arbeitsbedarf vollſtändig. Fremde Arbeiter kommen daher niemals nach Hartershauſen, vielmehr ſuchen kleinere Ortsbürger bisweilen noch(beſonders während des Winters) außerhalb Arbeit.

b. Den wichtigſten Nebenerwerbszweig für kleinere Ortsbürger bildet die Lohn⸗ weberei. Bei angeſtrengter Arbeit ſoll ein rüſtiger Mann zur Zeit hierbei ca. 1 bis 1,20 Mk. täglich verdienen können. Während des Darniederliegens der Textilinduſtrie Ende der ſiebziger Jahre war ſofern Arbeit überhaupt zu erlangen war dieſer Lohnſatz ſogar auf 0,40 bis höchſtens 0,60 Mk. herabgeſunken. Einige Tagelöhner finden auch Winters über Beſchäftigung als Holzhauer im ſtandesherrlichen Schlitzer Walde.

Irgend welchen weſentlichen Einfluß auf den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung(im engeren Sinne) üben dieſe Nebenerwerbe wohl nicht aus, obſchon andererſeits jedoch die große Mehrzahl der kleineren Ortsbürger ohne dieſelben kaum wohl zu exiſtiren vermöchte.

c. Landwirthe oder Einwohner überhaupt, welche aus Standesvorurtheil ꝛc. die ihnen gebotene Gelegenheit zum Nebenverdienſte von der Hand wieſen, giebt es in Hartershauſen nicht.

Frage VIIII.

a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt?

b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen?

c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt?

d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen,

ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ 2¹⁰