Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
Seite
12
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12 Gruppe 3 1 Haushaltung mit 3000 Mk. Grundwerth, verſchuldet mit: 124 pCt. 1 4 4 11 17 29900 1 2 11 1 21 1 2 5 6 2 7/ 75300 2 2 2 2 49 2 1 6 1 1 2 21000 1 1 1 1 57 2

Insgeſammt 46 pCt.

Würde man dieſe Berechnungsweiſe ausdehnen auf die Einzelhaushaltungen der verſchiedenen Gruppen, ſo würde man auf dieſem Weg mit Sicherheit die bereits Ueberſchuldeten oder der Ueberſchuldung in abſehbarer Zeit Entgegengehenden her⸗ ausfinden.

Abweichend von dem bei Meſſel eingeſchlagenen Weg dürfte nicht der Ge⸗ ſammtliegenſchaftswerth in Vergleich mit dem Geſammtſchuldenſtand zu ziehen ſein, ſondern nur der Grundwerth voll, der Gebäudewerth in Procenten und ſo, daß in der Gruppe 1 80 bis 75 pCt., Gruppe 2 75 bis 70 pCt., Gruppe 3 60 pCt., Gruppe 4 50 pCt., Gruppe 5 und 6 40 pCt. herangezogen würden, oder anders geſagt, blos die Wohngebäude mit 80 bis 75 pCt. ihres Brandverſicherungswerths, die landwirthſchaftlichen Zwecken dienenden Gebäude dagegen gar nicht, analog der Beſteuerung. Dies würde etwa den thatſächlichen Verkaufsreſultaten landwirthſchaft⸗ licher Beſitzungen in Ruhlkirchen und den andern Orten des Kreiſes Alsfeld ent⸗ ſprechen, vorausgeſetzt natürlich, daß die ermittelten Durchſchnittspreiſe für Ackerland und Wieſe heute noch zutreffen, was in Frage III allgemein verneint und durch das dort angeführte Beiſpiel näher beleuchtet wird.

Als Veranlaſſung der Ueberlaſtung mit Hypothek⸗ und anderen Schulden wird in den meiſten Fällen Uebernahme alter Schulden durch den Beſitznachfolger, ſowie ſolcher Schulden angeführt, welche durch Herauszahlung an die Miterben erwachſen. In anderen Fällen ſind Schulden entſtanden durch Ankauf von Güterſtücken und Ge⸗ bäuden. Vielfach indes ſind Capitalien aufgenommen zur Deckung von Deficits, um vorübergehende und regelmäßige Ausfälle des Wirthſchaftsbetriebes zu decken, oder Güterziele und Zinszahlungen. Lüderliche Wirthſchaft, leichtſinniges Leben, Trunk ꝛc. ſind in keinem Fall als Urſache der Verſchuldung anzuſehen.

Die Zunahme der hypothekariſchen Verſchuldung in den letzten 10 Jahren von 1874 bis 1884 iſt als eine ſtarke zu bezeichnen. Es haben im Ganzen ſeit 1874 101 Eintragungen ſtattgefunden, von denen 23 in demſelben Zeitraum wieder gelöſcht wurden, im Werth von 7234 Mk. Dieſe 101 Hypothektitel ſtellen excl. Koſten eine Schuldſumme von 65389 Mk. dar, hiervon wurden wieder gelöſcht 23 Titel mit 7234 Mk., bleiben 78 Titel mit 58155 Mk. In demſelben Zeitraum von 10 Jahren wurden dagegen ältere Hypothekſchulden gelöſcht in der Höhe von 25071 Mk., ſo daß ein Zuwachs von Hypothekſchulden in den letzten 10 Jahren von 33084 Mk. ſeatt⸗ gefunden hat oder pro Jahr 3308 Mk. Da wie bereits bemerkt die Mobilienſchulden die Hypothekſchulden überhaupt um 13590 Mk. überſteigen, wird man nicht fehlgehen, wenn man für jene einen gleichen Zuwachs wie für dieſe annimmt, ſo daß alſo der Jahreszuwachs insgeſammt 6618 Mk. betragen dürfte.