Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
Seite
9
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7 Irischat Instiut für ſandu ee, Beitien 1 1 81 Ius Lehhd und berechnet man ſich die Koſt für den Knecht auf 220 Mk., für die Magd auf 180 Mk.

Die ortsanſäſſige Bevölkerung genügt z. Z. vollkommen und kommen fremde Arbeiter niemals nach Ruhlkirchen, vielmehr ſuchen die einheimiſchen Arbeit aus⸗ wärts.

Waldarbeiten und Wegbauarbeiten, Sammeln von Waldbeeren, insbeſondere Heidelbeeren, Brechen von Tannäpfeln, ferner Beſenbinden, bieten der Bevölkerung einen mäßigen Nebenverdienſt, der indes 3000 Mk. gewiß nicht überſchreitet.

Von Bedeutung für den Unterhalt der Ortsangehörigen dürfte dagegen die Ein⸗

nahme ſein, welche aus dem Arbeitsverdienſt in Weſtphalen oder demPreußiſchen reſultirt. Mit Beginn der beſſeren Jahreszeit, oft ſchon Februar, reiſen von den

männlichen Einwohnern über 14 Jahren etwa 50 Perſonen nach Weſtphalen in die

dortigen Gruben und Eiſenſchmelzen, Steinbrüche u. ſ. w., um erſt November oder

December zurückzukehren. Nach Schätzung Ortskundiger, deren Angaben durch die

1i Glesseät

Erhebungen bei dem Kaiſerlichen Poſtamt Alsfeld unterſtützt werden, fließen etwa 4

10,000 Mk. erſparter Arbeitsverdienſt in die Gemeinde.

Aus Standesvorurtheil lehnt Niemand Nebenarbeiten ab, es iſt aber die Ge⸗ legenheit zu lohnendem Nebenverdienſt im Ort und der Umgebung ſelten. Unter dem Groß⸗, Mittel⸗ und Kleinbeſitz ſind Verſchwender, Arbeitsſcheue und Trunkenbolde nicht vorhanden, einige unter der ganz geringen Claſſe, ſowie in den Gruppen II und III je einer.

Nicht beſtritten wird, daß die geringen Leute, alſo die Arbeiter, beſſer leben als der Kleinbauer.

Frage VIII.

a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt?

b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen?

c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt?

d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗