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Frage VI.
In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet?
Die meiſten Darlehen werden gegen Schuldſcheine aufgenommen. Der Zins⸗ fuß iſt in der Regel 5 pCt. Seit etwa 5 Jahren kommen kleine Leute, welche 300 bis 600 Mk. anleihen müſſen, zu der Spar⸗ und Leihkaſſe Alzey, wo ſie 5 pCt. Zinſen bezahlen und in 4 Terminen die Schuld abtragen können.
Bauern, welche größere Kapitalien aufnehmen müſſen, nehmen hypothekariſche Einſchreibungen auf ihre Liegenſchaften.
Zu erwähnen dürfte ſein, daß die Gemeinde bis vor circa 15 Jahren ſchulden⸗ frei war, aber durch den Bau zweier neuen Kirchen ſich eine Schuld von 110,000 Mk. ſchuf und ſich damit belaſtete.
Frage VII.
a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere?
b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen?
c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen?
a. Die Taglöhne berechnen ſich im Allgemeinen durchſchnittlich pro Tag mit Koſt: für den Mann auf... NRk. 1,— für die Frau auf.....„—,80. Ohne Koſt wird in der Regel das Doppelte bezahlt.


