Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
Seite
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Hypotheken errichtet, während die Vorſchuß⸗ und Creditvereine auch Perſonalcredit gewähren. Hypotheken ſind dann ferner errichtet ca. 11,000 Mk. bei der Kirche in Burkhards, welche ein Vermögen von ca. 66,000 Mk. beſitzt, außerdem bei einer An⸗ zahl von Privatperſonen. Für die Befriedigung des Hypothekarcredits dürfte daher zu dem allgemein üblichen Zinsfuß von 5 pCt. hinreichend geſorgt ſein. Die Kün⸗ digung iſt hierbei eine gegenſeitige; Amortiſation findet nicht ſtatt.

Den Perſonalcredit befriedigt der Vorſchuß⸗ und Creditverein von Schotten in der Weiſe, daß er Geld auf Solawechſel für die Dauer von 3 und 6 Monaten an Mitglieder des Vereins zu 5 pCt., an Nichtmitglieder zu 6 pCt. ausleiht. Hierzu kommt je nach Größe des Betrages eine Proviſion bis zu 1 pCt. Bei Kenntniß der Verhältniſſe des Geldentnehmers wird hierbei von einem Bürgen abgeſehen, unter andern Umſtänden wird ein Bürge, bei größeren Beträgen werden zwei Bürgen ver⸗ langt. In Summa ſind unter dieſen Bedingungen von den Einwohnern Burkhards nur ca. 1000 Mk. entliehen.

Der Vorſchuß⸗ und Creditverein zu Gedern leiht Geld gegen Schuldſchein, bei Beträgen von unter 100 Mk. durch Sicherung von einem Bürgen, von über 100 Mk. von zwei Bürgen, auf die Dauer eines halben Jahres zu 5 pCt. Es wird jedoch verlangt, daß der Bürgermeiſter des Wohnortes des Geldentnehmers die Richtigkeit und Zahlungsfähigkeit der in Betracht kommenden Perſonen beſcheinigt. Im Ganzen ſind in dieſer Form und bei dieſer Caſſe ca. 6,400 Mk. entliehen.

Außerdem hat in früheren Jahren die Sparcaſſe in Schotten gegen Bürgſchaft der Gemeinde Geld an die Landwirthe verliehen. Von dieſer Gelegenheit wird aber, nachdem die Gemeinde Verluſte gehabt hat, kein Gebrauch mehr gemacht.

Da die Summe der Mobiliarſchulden für Burkhards(ſ. Frage VIII) auf ca. 45,000 Mk. ermittelt worden iſt, aus oben genannten Caſſen aber nur 7,400 Mk.

entliehen ſind, ſo iſt erſichtlich, daß die anderweitigen Creditquellen und deren Praxis von ausſchlaggebender Bedeutung für die Gemeinde ſein können. Als Creditgeber für dieſe Reſtſumme figuriren aber nur Privatperſonen. Wenn ſich nun auch unter den⸗ ſelben eine Anzahl mit zweifellos ſolidem Character befindet, ſo ſind hierunter auch ſolche, denen es auf große Gewiſſenhaftigkeit bei dieſen Geldgeſchäften nicht ankommt. Speciell werden in Burkhards Viehhändler(Juden aus Ober⸗, Mittel⸗ und Nieder⸗ Seemen und Gedern) genannt, über deren geheimnißvolles Treiben und tagtägliches Verkehren in der Gemeinde die Bevölkerung nicht das beſte Urtheil fällt. Abgeſehen von einzelnen Fällen, wo Geldgeſchäfte wucheriſchen Characters ſicher feſtgeſtellt und gerichtlich geſühnt worden ſind, hat man doch nur geringe Anhaltspunkte über die Ausdehnung und den verderblichen Einfluß dieſer Geſchäfte, weil ſie faſt immer unter der beiderſeitigen Verſicherung der Geheimhaltung abgeſchloſſen werden.

In gleich hohem Grade wie dieſe das Tageslicht ſcheuenden Geldgeſchäfte dürfte aber auch der oft hiermit verbundene Viehhandel ungünſtig auf die wirthſchaftliche Lage der Bevölkerung einwirken. Wenn vielleicht auch die Schätzung ortskundiger Perſonen, daß die Hälfte des Viehes in Burkhards als Einſtellvieh zu betrachten ſei, etwas zu hoch gegriffen iſt, ſo liefert ſie doch den Beweis, daß dieſe Handelspraxis