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60 Pfennig pro Centner, wobei noch in Betracht zu ziehen iſt, daß der Miſt ſehr ſtark mit Laubſtreu unterſetzt iſt. Die Produktionskoſten des Stallmiſtes ſind gewiſſer⸗ maßen die Probe auf das Exempel der Wirthſchaft und in den meiſten Fällen richtet ſich nach ihnen die Rentabilität der ganzen Wirthſchaft. Wenn die in der Natural⸗ rechnung ermittelten Zahlen über den Stallmiſt auch keinen Anſpruch auf irgend welche Genauigkeit machen können, ſo zeigen ſie doch wenigſtens annähernd, wie ſich die Verhältniſſe in dieſer Beziehung in den Meſſeler Wirthſchaften geſtalten.
Was den Natural⸗Bedarf der Familie anbetrifft, ſo erweiſen die Naturalrech⸗ nungen der drei Güter, daß die Familien der Beſitzer relativ im Allgemeinen recht gut leben und daß namentlich ihr Bedarf an Protein(Eiweis) ſehr reichlich gedeckt iſt;— ſo ſcheint es in der neueren Zeit wohl mehr oder weniger auch in ganz Meſſel der Fall zu ſein. Die Koſten der Nahrungsmittel eines erwachſenen Mannes dürften ſich im Durchſchnitt auf etwa 65 bis 75 Pfg. pro Tag(250 Mk. pro Jahr) ſtellen. Die Familie des mittleren Bauerngutes kann bei dieſer Calculation nicht maßgebend ſein, da ſie außergewöhnlich gut lebt.
III. Geld⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geldeinnahme und Geldausgabe.
Die Geldrechnung weiſt nach, daß jeder der drei Beſitzer der zur Unterſuchung benützten Güter am Ende des Jahres noch einen baaren Geldbetrag erübrigt(250, bezw. 120 und 140 Mk.), daß er alſo im Allgemeinen weniger Geld verbraucht als er einnimmt. Dieſer Ueberſchuß würde natürlich, falls Schulden da ſind, zur Deckung der Schuldzinſen verwendet werden müſſen und wenn er dazu nicht ausreicht, ſo müßte der Beſitzer entweder größere Anſtrengungen machen, um die Produktion zu ſteigern oder er müßte noch mehr zu ſparen ſuchen. Kann er keins von Beiden, ſo iſt er dem ſicheren Untergange verfallen und er thut gut, ſo früh als möglich ſein Beſitzthum oder wenigſtens einen Theil deſſelben zu verkaufen. Die Beſitzer der hier als Beiſpiele benutzten drei Güter ſind, wie dies in Meſſel zur Zeit noch mehrfach der Fall, nicht nur ſchuldenfrei, ſondern haben außer ihrem landw. Beſitzthum noch Capitalien zinsbar angelegt, könnten alſo jederzeit ohne Bedenken weiteres Meliora⸗ tions⸗ und Betriebs⸗Capital in ihren Wirthſchaften anlegen, ſofern dies lucrativ erſcheint.
Der Geld⸗leberſchuß der Beſitzer beweiſt, daß die Erträgniſſe der von ihnen in der bezüglichen Wirthſchaft angelegten Capitalien(Grund⸗ und Betriebs⸗Capital) plus den Erträgniſſen ihrer Arbeit mehr als ausgereicht haben, um die Koſten für das Leben ihrer Familie zu decken; ein Theil des erzielten Ueberſchuſſes iſt freilich auch erſparte Verſicherungsprämie, die wohl beſſer nicht erſpart würde.
Die Geld⸗Rechnungen geben ferner im Verein mit den Natural⸗Rechnungen einen werthvollen Aufſchluß über die Menge von verkäuflichen Natural⸗Erzeugniſſen in den verſchiedenen Beſitzthum⸗Gruppen der Gemeinde, was namentlich in Betreff des Getreides von Bedeutung iſt, wegen der darüber herrſchenden, ſich ſehr wider⸗ ſprechenden Meinungen. Von den 144 landw. Beſitzern Meſſels haben nur circa 37
überhaupt etwas Getreide und von dieſen nur 9 einen einigermaßen nennenswerthen


