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Wetzlar : eine topographisch-historische Skizze ; Festgabe zum fünfzigjährigen Stiftungsfest des Kreis-Schützenvereins Wetzlar gelegentlich des 5. Bundesschießens des Gau-Verbandes Hessen und Nassau am 10., 11. u. 12. Juli 1892 / dargebracht von Rektor Luerssen
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ſchloſſen, ſondern auch zahlreiche Urkunden, welche einen uralten Bergbau in der Gegend nachweiſen*). Die älteſte Nachricht findet ſich nach Riemann in dem ſchon erwähnten Lorſcher Codex aus der Zeit um 780. Aus den noch vorhandenen Reſten alter Schmelzſtätten weiſt derſelbe gleichfalls nach, daß die ſogenannte Rennarbeit auf Eiſenſtein ſchon vor einem Jahrtauſend in der Gegend in Betrieb geweſen ſein muß, und vermutet, daß der in Wetzlar ſehr verbreitete Familienname Waldſchmidt, der urkundlichtt) ſchon im Jahre 1288 vorkommt, dieſem Betriebe ſeinen Urſprung verdankt. Der ſtarke Wetzlarer Eiſenhandel aber wird bezeugt durch eine im Stadtarchiv befindliche Urkunde vom 26. Auguſt 1277, worin die Frankfurter Bürger den Wetzlarern, welche mit ihren Eiſenwaaren die Frankfurter Meſſe beziehen, eine Zoll ermäßigung zugeſtehen*).

*) Die auf Bergbau und Eiſeninduſtrie bezüglichen Aus⸗ führungen ſind vorwiegend derBeſchreibung des Bergreviers Wetzlar vom Königl. Bergrat W. Niemann, Bonn 1878, S. 17 ff. entnommen.

**) Die Urkunde, ein Geſchenk des Prinzen Hermann zu Solms⸗ Braunfels, befindet ſich im Beſitz des Herrn J. A. Waldſchmidt.

†rr) Dieſelbe lautet nach der in dem erwähnten Buche S. 72 enthaltenen Ueberſetzung:Wir Schultheiß Heinrich, Schöffen, Conſuln und ſämmtliche Bürger der Stadt Frank⸗ furt wünſchen, daß zur Kenntnis aller jetzt und in Zukunft Lebenden gelange, daß wir beabſichtigen, den Zweifel und die Unklarheit, welche wegen des jährlichen Zolles entſtanden ſind, durch Zeugniß dieſes unſeres Briefes zu beſeitigen. Wir er⸗ klären, daß die mit Eiſen heladenen Wagen unſerer lieben und beſondern Freunde, der Bürger zu Wetzlar, während der Meſſe, nämlich während des jährlichen Marktes zu Frankfurt, an Zoll zwei leichte Denare für jeden Wagen geben ſollen. Außer der Meſſe ſoll dagegen jeder Wagen der vorgenannten Bürger einen Denar zahlen. Und wenn beſagte Wetzlarer Bürger ihr Eiſen auf der Meſſe in der Stadt Frankfurt ver⸗ kauft haben oder aus der Stadt wegführen, ſo ſoll jeder Centner Eiſen mit einem leichten Denar verzollt werden. Außer der Meſſe aber ſoll jeder Centner Eiſen, welchen ſie in der Stadt Franlfurt verkaufen, einen leichten Obolus als Zoll geben. Zum Zeugnis deſſelben haben wir unſer Siegel an dieſen Brief gehangen. Geſchehen und gegeben am 26. Auguſt im Jahre des Herrn 1277.