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Wetzlar : eine topographisch-historische Skizze ; Festgabe zum fünfzigjährigen Stiftungsfest des Kreis-Schützenvereins Wetzlar gelegentlich des 5. Bundesschießens des Gau-Verbandes Hessen und Nassau am 10., 11. u. 12. Juli 1892 / dargebracht von Rektor Luerssen
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recht erlangt und ſich zum Range einer königlichen Stadt erhoben hat, iſt vom Jahre 1180. Friedrich 1. beſtätigt darin ſeinen Bürgern von Wetzlar die Rechte, die ſie von alters her an ihren Hofſtätten haben, und verleiht ihnen, man bemerke, daß ſie hier ausdrück lich als homines nostri. alſo als Kaufleute, bezeichnet werden wenn ſie mit ihren Waaren ausziehen oder zurückkehren, dieſelben Rechte wie ſeinen Leuten in Frankfurt. Die Kürze der Faſſung ſowie die Bezug⸗ nahme auf das althergebrachte Recht laſſen unſchwer erkennen, daß wir es hier nicht mit einer Neuverleihung, ſondern lediglich mit einer Beſtätigung bereits vor⸗ handener Privilegien zu thun haben, daß alſo die Er⸗ hebung Wetzlars zur Stadt in eine frühere Periode zurückzuſetzen iſt.

Wetzlar war jedoch keineswegs ein bloßer Markt und Durchgangspunkt für Handel und Warenverkehr, ſondern die Production und Verarbeitung der in den heimiſchen Bergen gewonnenen Erze, beſonders des Eiſenſteins, die jetzt eine der Haupterwerbsquellen für Stadt und Um⸗ gegend bildet, muß ſchon in den älteſten Zeiten eine große Rolle geſpielt haben. Auf die Bedeutung der Eiſeninduſtrie weiſen nicht nur die in dem Kaufmanns und Handwerkerviertel erhaltenen Namen des Eiſen⸗ markts, der Schmid- und Pfannenſtielsgaſſe, ſowie die Bemerkung Ulmenſteins) über die große Zahl der Wetzlarer Schmiede in der Mitte des vierzehnten Jahr⸗ hunderts, die ſich infolge deſſen zu einer Zunft zuſammen⸗

duatuor denarios persolvant. Si vero quispiam, vivens, aream suam vendere voluerit, emptor eodem jure, quo et heres potiatur. Preterea auctoritate nostra statuimus, ut prescripti- nomines nostri in eundo et redeundo cum mercibus suis, eodem jure et libertate gaudeant, qua homines nostri de Frankinfurt potiunntur.

Ut autem nostrum statutum ratum et inconvulsum permaneat, presentem cartam inde fecimus conscribi, et sigilli nostri impressione communiri. Datum apud Geilin- husin, anno Domini MOLXXX. Indictione XII., Kal. Aprilis.

*) Ulmenſt. a. a. O. B. 1, S. 264.