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heit zu gewinnen iſt. Jedenfalls aber iſt Wetzlar erſt zur Stadt im rechtlichen Sinne geworden, als jene kaufmänniſchen Privilegien durch kaiſerliche Verleihung auf die geſammte Siedelung ausgedehnt wurden und die alte Burg und das Gotteshaus mit in ihren Bereich zogen, d. h. als das Kaufmannsrecht zum Stadtrecht wurde“*). Daß jene Entwicklung im engern Anſchluß an den Königlichen Hof als an das Collegiatſtift ſich vollzog, ſcheint daraus hervorzugehen, daß das alte Rat⸗ haus im Bereich der Burg lag*). Bald aber ent⸗ wickelte ſich das Bürgertum in ſo kraftvoller Weiſe, daß beide Gewalten Mühe hatten, ihre Gerechtſame den ſtädtiſchen gegenüber aufrecht zu erhalten*). Die erſte Urkunde†), welche nachweiſt, daß der Ort Stadt⸗
*) Die Annahme, daß Wittlara, welches 943 als Aufent⸗ halt Kaiſer Otto IJ. erwähnt wird(Hondheim, hist. Trev. 1, 278), mit unſerem Wetzlar identiſch ſei, ſcheint mir, obgleich Berr a. a. O. S. 9 u. Lehfeldt a. a. O. S. 721 ſich ihr an⸗ ſchließen, ſprachlich unhaltbar zu ſein. Das f fehlt in dem Namen der Stadt, mag ſie nun Wetflar, Weteflar oder Wetzflar genannt werden, in den Urkunden niemals.
) S. die Ausführungen S. 17.
Intereſſante Nachweiſe über das Verhältnis des vom Probſte des Marienſtifts ernannten Schultheißen zum Königlichen Voate und beider zum Rate der Stadt giebt Dr. L. H. Euler,„Der Vogt und Schultheiß zu Wetzlar“, Separat⸗ abdruck aus dem erſten Band der neuen Folge des Archivs für Franlfurter Geſchichte und Kunſt, 1860, denen nachzugehen es mir an Zeit und Raum gebricht.
) Die Urkunde findet ſich abgedruckt bei Val. Ferd. Guden, Sylloge I. variorum diplomatariorum e. c. t., Frank⸗ furt a. M. 1728. S. 470. Ihrer charakteriſtiſchen Faſſung wegen laſſe ich ſie im Wortlaut folgen: Friedericus divi-- na favente clementia Romanorum JImperator et semper Augustus. Noverit universitas Imperii nostri fidelium, quod nos Burgensibus nostris de Weteflare illud Juris, quod duondam in Areis suis habebant, nostra imperiali autoritate confirmavimus: Eo tenore, ut quivis eorum de area sua annu- atim quatuor denarios domino, a quo tenet, pro censu per- solvat, et eam sine alia exactione quiete teneat. Post mor- tem vero ipsorum, filii vel proximi heredes eorum, vel ad quos forte transferre voluerint, XII. denarios ad manus per- solvant; et deinceps, sicut preordinatum est, annuatim


