Historischer Anhang.
Als ich vor nunmehr faſt fünfzehn Jahren nach Wetzlar kam, wußte jedermann zu erzählen von dem ſchweren Schaden, welcher der Stadt durch die Ver⸗ legung des Jägerbataillons zugefügt worden ſei. Zu— nächſt wurde die Stimmung noch in der Schwebe ge— halten durch die Hoffnung, daß der Staat dafür Erſatz bieten werde, indem er Wetzlar zum Mittelpunkt eines der damals neu eingerichteten Landgerichtsbezirke machen werde. Als aber dieſer nach dem viel unbedeutenderen Limburg verlegt wurde, da war des Klagens kein Ende und des Hinweiſes, daß den Bürgern ihre Er⸗ werbsquellen unterbunden würden, und es fehlte nicht an düſtern Prophezeihungen, der wirtſchaftliche Niedergang der Stadt ſei unvermeidlich. Waren auch jene Beſchwerden nicht ohne Grund, ſo bewies doch die leidenſchaftliche Weiſe, wie bei der großen Zahl der Bürger die Fragen behandelt wurden, die Anklagen gegen den Staat, welchen man der Parteilichkeit beſchuldigte und dem man die Verpflichtung zuwies, für die Stadt in erſter Linie zu ſorgen, der Mangel an Verſtändnis für die Gründe, welche ihn zu ſeiner Handlungsweiſe beſtimmen mochten, daß ſeit lange ein Zug in die Entwicklung des ſtädtiſchen Weſens eingedrungen war, der ihm ur— ſprünglich fremd geweſen.
Jetzt ſind jene Klagen faſt verſtummt, das Gefühl des erlittenen Unrechts iſt verſchwunden; von den Un⸗


