Jahrtauſend“) den Verkehr zwiſchen beiden Ufern ver⸗ mittelt haben dürfte. Ein prächtiger Ausblick bietet ſich von ihr ſtromabwärts, beſonders wenn die Sonne über der Hoſpitalkirche zu Rüſte geht und über Waſſer, Buſch und Wieſe ihr ſattes, warmes Licht ergießt. Aber auch ſtromaufwärts haftet das Auge mit Wohl— gefallen, wo über dichtbelaubter Inſel die Häuſer der Stadt mit dem Dome ragen, und wer ermüdet von der langen Wanderung dies Bild mit Ruhe genießen will, findet dazu vom glasbedeckten Altan der rechts vom Ausgange der Brücke gelegenen Küſter'ſchen Gaſt— wirtſchaft die beſte Gelegenheit. Vorbei an der Hoſpital⸗ kirche, dem eigentlichen evangeliſch⸗lutheriſchen Gottes⸗ hauſe der Stadt, leitet die Straße geradeaus auf eine zweite über die Dill führende alte Brücke, welche die vordere Vorſtadt mit der äußern, der Neuſtadt, ver⸗ bindet. Gegenüber dem alterthümlichen Gebäude, deſſen Fresken in„Colorit und Farbengebung, Modellirung und Verkürzung“ einem Meiſter Fludribus Ehre machen würden und unwillkürlich die Befürchtung er— wecken, es könnte den Geſtalten bei unſerm Winter recht tüchtig in die Hände frieren, biegt die Haupt— ſtraße zur Rechten durch die Langgaſſe und geht jen— ſeits einer kleinen Brücke in die Bahnhofsallee über. So gelangen wir an einer Reihe ſtattlicher Häuſer vorbei, unter denen das in der wiſſenſchaftlichen Welt hohen Ruf genießende optiſche Inſtitut der Gebrüder Seibert und das 1888 in edlen, ſoliden Formen er⸗ baute Kreishaus hervorragen, zurück an die Stelle, wo wir beim Beginn unſerer Wanderung den erſten Ausblick auf die Stadt gewonnen haben.
*) Die erſte Erwähnung derſelben findet ſich in einer Ur⸗ kunde vom Jahr 1288. S. Ulmenſt. B. 3, 338.


