Sie wird ieirah von den fernen Türmen des Braunfelſer Fürſtenſchloſſes. Wer irgend kann, möge nicht verſäumen, jenem in ſelten ſchöner Umgebung gelegenen alten, mit allen Mitteln der Gegenwart neu ausgeſtatteten Herrenſitz einen Beſuch abzuſtatten; in unmittelbarer Folge gewinnt er eine Anſchauung von den Repräſentanten zweier Entwicklungsreihen des Mit⸗ telalters, der bürgerlichen und dynaſtiſchen, deren ſchroffe Gegenſätze unsegleichan erſt der moderne Staat unter⸗ nommen hat.
Gegen Süden ſteigt das Bergland allmählich zu beträchtlicher Höhe, bis es in blauer Ferne in die den Geſichts kreis fein umgrenzenden Linien des hohen Tau⸗ nus verläuft. Die höchſte Erhebung iſt der große Feldberg, und bei klarem Wetter ſieht man ohne Mühe das Haus auf ſeiner Kuppe. Im Vordergrunde gräbt ſich der Wetzbach eine tiefe, von ſaftigen Wieſen ge— füllte Thalfurche, deren oberer Teil, das Siebenmühlen⸗ thal, reich an landſchaftlicher Schönheit iſt. Nach Süd⸗ oſten füut den Raum die mächtige Maſſe des Skonpet⸗ berges mit ſeinen ſanft ſich abdachenden bewaldeten Ausläufern; er iſt in der unmittelbaren Umgebung Wetzlars die bedeutendſte Bodenerhebung, und der Turm auf ſeinem Baſaltkopf, der vom Verſchi unerungs⸗ verein errichtet iſt, zemahmn einen weiten Blick über Weſterwald, Taunus, Vogelsberg und das heſſiſche Hügelland; zu ſeinen Füßen, unter der ſchon genannten Brühlsbacher Warte, hat ſich der Kreisſe ltzenverein ſeine neuen Schießſtände eingerichtet, deren 1 durch das gegenwärtige Feſt in würdiger Weiſe vor⸗ genommen wird.
Unſer Rundgang durch die Aliſtendt iſt beendigt: doch bietet uns der Rückweg zum Bahnhof Gelegen— heit, auch den Vorſtädten einen Beſuch abzuſtatten.
Vom Eiſenmarkt führt die L Lahngaſſe, trotz ihrer Enge eine der verkehrsreichſten Straßen, zu der alten ſtei— nernen Brücke, die ſchon vor mehr als einem halben


