den Wetzbach und die Lahn hinunterzog. Zu dieſem Schluſſe berechtigt der Name Saalhof“), den ein zwei Häuſer über dem Römiſchen Kaiſer gelegenes, jetzt neu eingerichtetes Gebäuden) ſeit Alters her trägt, ſowie der Umſtand, daß dieſer ganze Bezirk in alten Ur⸗ kunden als Burg bezeichnet wird, in deren Bereich das alte Rathhaus lager). Am Fuße des Herrenhofes
*) Saalhof bedeutet Herrenhof. S. Gebr. Grimm, deutſches Wörterbuch Auch findet ſich die Nebenform Selehof, vrgl. Lexer, Mittelhochdeutſch. Wörterbuch.
**) Das frühere Gebäude, welches jedoch auf ſolch hohes Alter kaum Anſpruch machen dürfte, brannte vor vierzehn Jahren ab. Dabei wurde durch unvermutet ſtürzende Balken ein wackerer Wetzlarer Bürger, der Gerbereibeſitzer Chriſtian Rübſamen, erſchlagen, als er den armen Abgebrannten ihre dürftige Habe retten wollte! Möge dem edlen Manne im Herzen ſeiner Mitbürger ein ehrendes Gedächtniß erhalten bleiben.
1**) Wigand, a. a. O. I. Heberolle§§ 19, 34, 40. An der letzten Stelle iſt die Rede von einer v»area, sita in der Burg, retro domum dictam das alde rathus.“ Auf das Vorhanden⸗ ſein einer alten Burg in dieſer Gegend weiſt neben dem Namen der an den Kehrſeiten der Häuſer des Kornmarktes ſteil abſteigenden Gaſſe, der Jäcksburg, die Bezeichnung des ſtattlichen Krafft'ſchen Hauſes, auf welches dieſe Gaſſe un⸗ mittelbar führt, als„zum Kalsmunt“, welche auf eine enge Beziehung zum ſpäteren Sitz des königlichen Vogtes auf dem Kalsmunt ſchließen läßt. Meiner Anſicht nach ſteht ſogar jenes Haus unmittelbar auf dem Grunde jener alten Burg. Schon die beherrſchende Lage des Platzes, die am ſchärfſten in die Augen ſpringt, wenn man von der Ecke der Korn⸗ blumen⸗ und Roſengaſſe zur Krafft'ſchen Wohnung hinauf⸗ ſchaut, mußte für eine ſolche Anlage vorteilhaft erſcheinen, und bezeichnend iſt, daß von ihr aus die Scheunengaſſe un⸗ mittelbar auf die Hofſtadt hinunter führt. Geſtützt wird dieſe Annahme durch eine Urkunde, welche ſich unter Nr. XIX. bei Ulmenſtein B 1, S. 680 findet. Darin verkauft der Aſſeſſor des Kaiſerl. Kammergerichts Georg Melchior von Ludolf im Jahre 1736 an den Kaiſerl. Rat Konrad Birkenſtock„ſeine eigenthümbliche, von denen Verdrießiſchen Erben erkaufte, und anno 1726, aus Baufälligem Weeſen gantz neu zugerichtete Wohnung zum Kalsmunt genannt.“ Im folgenden Abſatz heißt es:„Von der Wohnung zum Kalsmunt, gleichwie Herr Verkäufer Zeit ſeiner Beſitzung Keine Schatzung erlegt,


