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ein ſtattliches, mit einem ſchwarzen Doppeladler ge⸗ ſchmücktes Gebäude, welches vor dem jetzigen der Stadt als Rathaus diente und dem Reichskammergericht bei Verlegung nach Wetzlar für ſeine Sitzungen zur Ver⸗ fügung geſtellt wurde, bis dieſes gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts in die oben beſchriebene Be⸗ hauſung an der Hauſergaſſe überſiedelte. Ein weiter, geräumiger Platz breitet ſich vor unſern Blicken; die kleinere Abſeite zur Rechten, der Fiſchmarkt, ſendet zwei ſteile Abſtiege zur Unterſtadt, der Hauptplatz, der ſchon genannte Buttermarkt, öffnet ſich in verſchiedenen breiten und ſchmälern Zugängen gegen d die Oberſtadt. Eine Reihe ſtattlicher Häuſer umgiebt ihn; auf der Nordyneſſſeite neben verſchiedenen Pewenreohnungen und Läden an der Ecke der Baugaſſe ſteht das jetzige Rathaus, welches das ſtädtiſche Archiv und eine Anzahl auf die Geſchichte Wetzlars bezüglicher Urkunden nebſt einigen nicht unintereſſanten Altertümern birgt. Der größte Teil der alten Akten und Papiere hat kurz— ſichtige Verblendung vor Jahren als Platz raubend verſchleudert und damit eine wichtige Quelle für die Geſchichte der Stadt für immer vernichtet.
Auf der rechten Seite des Marktes, der ſüdweſt⸗ lichen, liegen zwei Gaſthöfe. Das herzogliche Haus an der Ecke des Fiſch⸗ und Buttermarktes, führt ſeinen Namen von einer Herzogin Pauline von Würtemberg, welche in den zwanziger Jahren dieſes Jahrhunderts getrennt von ihrem Gemahl hier reſidierte. Nach deren Tode zum Gaſthofe eingerichtet, erinnert es durch ſeine weiten Hofräume und Stallungen an die gute, alte Zeit, als noch das luſtige Horn des Poſtillons ſein Recht behauptete, und der Reiſende, wenn er ſich den Tag über auf holperiger Landſtraße hatte durch⸗ rütteln laſſen, die Gaben einer guten Herberge zu ſchätzen wußte.
Das Gebäude oberhalb, erſt in neueſter Zeit als Gaſthaus zum Dom eingerichtet, ſollte ſchon, als Ulmen- ſtein ſchrieb, fünfthalbhundert Jahre alt ſein und im


