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alte Kirche wurde vor etlichen Jahren abgebrochen; dagegen existirt noch ein alter viereckiger Thorthurm, ein kräftiger Bau mit alten Wappen und Inschriften, von welchen Eine besagt, dass er im Jahr 1401 durch Friedrich von Feoollshausen errichtet wurde. Wir gehen durch denselben weiter in das Städtlein und gelangen zuerst nach der unteren oder sogenannten Schabenburg, welche jetzt theilweise zu einer Wirthschaft eingerichtet ist. Ihre Errichtung fällt in das Jahr 1422. Es muss aber auch noch später an ihr gebauet worden sein, da eine zweite Inschrift das Jahr 1515 angibt. Man erfreut sich hier einer weiten und herrlichen Aussicht. Noch ausgezeichneter ist die von der oberen Burg, von welcher jedoch nur einiges Mauerwerk sich erhalten hat, das freilich mit Sorgfalt unterhalten wird.
Diese obere Burg ist zweifelsohne der älteste Theil des Ganzen. Urkundlich erscheint jedoch der Name erst im Jahr 1233. Im dreissig- jährigen Krieg, und zwar gegen das Ende desselben im J. 1647, wurde sie, als der Kampf zwischen den beiden hessischen Bruderhäusern am ärgsten wüthete, durch den schwedischen General Königsmark zerstört. Noch aber nennt sich nach derselben eine jetzt in Bayern lebende Familie*), und ihre Trümmer verkündigen von weiter Ferne dem Wanderer ihr Dasein und spornen zu einem Besuche auf der felsigen Höhe.
Wer Lust am Wandern hat, findet in der Umgegend noch gar manche beherzigungswerthe Stelle. Wir empfehlen u. A. den Besuch der beiden oben schon erwähnten Waldberge, des Hangelsteins mit sei- ner Teufelskanzel, des Lollarer Kopfs und weiter nördlich des Hauses Friedelhausen, in dessen Nähe der gegenwärtige Besitzer jetzt grossartige Gebäude aufführen lässt, besonders aber des nahe bei dem preussischen Orte Odenhausen liegenden Berges Altenburg, auf dessen Gipfel wenige Spuren uralter Befestigung sichtbar sind, der Wanderer aber eine Aus- sicht geniesst, wie er sie nur selten finden wird.
6. Die Heuchelheimer Mühle und der Windhof.
Ein freundlicher Tag lockt wohl auch den Freund ländlicher Sitten und Natur nach der Heuchelheimer Mühle. Es verschlägt uns nichts, wenn wir ein Paar Schritte umgehen, um das Dorf Heuchelheim etwas
*) Ein Freiherr Sehenk von Staufenberg wird als Präsident der Kammer der Reichs- räthe in Bayern im Jahr 1849 in öffentlichen Blättern öfler genannt.


