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darbieten, Besucher. Schattige Wege führen hier zuerst zu einem Bassin, weiter aufwärts zu einem Borne, dessen Wasser frisch aus dem Felsen kommt. Es ist dies der Ludoigsbrunnen, dessen Umgebungen an heissen Sommertagen zu Tanz und Spiel einladen, und wo man Hütten aufschlagen möchte. Noch weitere Gänge führen auf der einen Seite zur sogenannten Woyfsschlucht, auf der andern zum Gipfel der Höhe, wo ein aus Baumstämmen verfertigtes und mit Stroh überdecktes Tempelchen eine weite und schöne Aussicht gewährt.— Von hier aus kehren wir wieder zurück, um den Schiffenberg zu ersteigen*). Die herrliche Aussicht, welche man hier oben hat, belohnt reichlich die geringe Mühe des Ersteigens. Setzt man sich in die sonnigen Weinlauben an der Südseite, so liegt der ganze südliche und östliche Theil der Provinz vor uns ausgebreitet. Besucht man den oberen Stock des Hauses, so erscheint vor unseren Blicken die Stadt Giessen und weiter die ganze gesegnete Umgegend der Lahn und dieser rechts die gebirgige Strecke des Hinterlandes. Steigt man noch hôher, so breitet sich das Hessenland vor uns aus mit seinen Höhen und Thälern.
Wir treten in den Hof und finden schon an dem Wohngebäude (dem Herrenhaus) einen alterthümlichen Stein mit dem Nordeckischen Wappen und der Umscchrift: éudwigk von Uordecken zu d'(der) rabrau dutſch o'des(ordens) hat dit hus gebuet, anno 1493.— An einigen Thüren der Ställe, sowie am Brunnen hat sich der Commenthur Eugen von Donhoff verewigt. Vor Allem verdient jedoch die Kirche eines Besuches. Es rührt dieses Gebäude wohl aus der ersten Zeit des Anbaues vom Schiffenberg, das heisst aus dem zwölften Jahrhundert, und ist im byzantinischen Style errichtet; Schade ist's, dass ein Theil davon vernichtet ist, ein anderer, das Langhaus, zu fremden Zwecken benutzt wird**).— Das östliche Gewölbe der Kirche ist jüngeren Ursprunges; auf dem Schlussstein steht das Riedeselsche Wappen mit der(verkehrt gesetzten) Jahrzahl 1516. Ausser einigen Grabsteinen, die fast alle aus spätern Zeiten herrühren, verdient der schöne, aus porösem Basalt verfertigte Taufstein betrachtet zu werden. Wer sich
*) Gleich links vor dem südlichen Eingange in den Hofraum befand sich sonst ein alter steinenner Tisch unter einer Linde. Beide sind seit Jahren verschwunden.
**) Der hessische Verein zur Aufnahme mittelalterlicher Denkmale hat sich ein bleibendes Verdienst auch dadurch erworben, dass er in 3 Tafeln, Grundriss, Durch- schnitt und Details von dieser Kirche mitgetheilt hat, und zwar nach Zeichnungen von Herrn Kreisbaumeister Dr. Müller zu Bingen.
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