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Ansichten von Giessen und seiner Nachbarschaft / nach Originalzeichnungen von F. Heinzerling, in Stahl gestochen von J. J. Tanner, nebst einem beschreibenden Texte von Ph. Dieffenbach
Entstehung
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Hauptstrasse liegenden Façade sind mit runden Thürmchen versehen, die sich wie kleine Bastionen an alten Burgen ausnehmen. Zwischen beiden ist der Haupteingang mit einem Rundbogen versehen. Das Merkwürdigste dabei ist, dass auf sämmtlichen zu dieser Thüre ver- wendeten Steinen allerlei groteske Figuren angebracht sind, deren Erklärung den gelehrten Leuten schon gar viel zu schaffen machte. Alt ist das Ganze, das ist keinem Zweifel unterworfen; was es aber bedeutet, wollen wir eben nicht verrathen, um dem scharfsinnigen Beschauer nicht vorzugreifen. Dagegen machen wir den Fremden auf einen schönen, alten Taufstein aufmerksam, der aus porösem Basalte gebildet und mit bogenförmigen Verzierungen versehen ist, welche den sogenannten byzantinischen Geschmack verrathen. Der Stein steht gegenwärtig an der Nordseite der Kirche. Nicht weit davon fällt ein im sogenannten gothischen Style errichtetes Gebäude auf, das ursprüng- lich wohl zu einer Nebenkirche bestimmt war und dessen Thüren ein- fache schöne Formen zeigten. Gegenwärtig trägt es ein modernes Gewand und ist zu einem Schulhause eingerichtet. Unter ihm befand sich derHüttenberger Weinkeller und nicht weit davon stand sonst das Narrenhaus(so nannte man häufig die Ortsgefängnisse). Von den alten Burgen oder adeligen Wohnhäusern, welche früher in Grossen- linden zu finden waren, ist jetzt kaum noch eine Spur oder ein Name übrig geblieben.

Der Reisende wird, wenn er ein Freund der Naturkunde ist, wohl thun, wenn er seinen Rückweg durch die Lindener Mark nimmt und das reiche Braunstein-(Mangänerz-) Lager besieht, das jetzt stark betrieben wird und von grosser Bedeutung ist.

2. Schiffenberg.

Wer hat sich wohl längere Zeit in Giessen aufgehalten und den Schiffenberg nicht besucht? Freilich wird dem Wanderer die erste Hälfte des Weges dahin im Sommer etwas warm werden; dafür hat er aber in der zweiten Hälfte einen schattigen Waldgang und erfreut sich des Gesanges und Gezwitschers der befiederten Waldbewohner. Wenn man am Fusse des Berges angelangt ist, so findet man rechts den forst- botanischen Garten, in dessen Mitte eine einsame Wohnung steht; sie wird öfter besucht. Noch häufiger fand man wenigstens noch vor etlichen Jahren in den schattigen Anlagen, welche sich links der Strasse