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das Dasein einer städtischen Gemeinde hin. Damit lässt sich recht gut die Sage verbinden, dass Giessen ursprünglich nur eine Burg und erst durch die Vereinigung mit den Dorfern Selters, Kroppach und Astheim eine Stadt geworden sei. Die Namen dieser 3 Orte kommen noch jetzt, wenn auch nur als Strassen- oder Feldnamen vor; die der beiden erste- ren erscheinen auch in früheren Urkunden.
Jene Salome war eine Gräfin von Gleiberg; sie war mit Hugo Grafen von Eberstein vermählt. Durch ihre Tochter Mathilde, die mit dem Pfalzgrafen Teudolph von Tübingen vermählt war, kam Giessen auf kurze Zeit an das Tübingische Haus, aber schon im Jahre 1265 durch Kauf an den Landgrafen Heinrich I. von Hessen. Im Jahre 1325 ver- lieh Landgraf Otto und seine Gemahlin A!heyd den Bürgern der Neu- stadt Giessen gleiche Rechte mit denen der Altstadt. Bald nachher bewährte die Stadt in der Fehde des Erzbischofs Matthias von Mainz und Balduins von Trier gegen den Landgrafen Otto ihren Muth und ihre Treue gegen Letzteren. Nach einem heldenmüthigen Widerstande, den sie vier Wochen lang geleistet, war der Feind Herr der Stadt geworden; die Ausschweifungen und Mordthaten, die er sich hier erlaubte, brachten jedoch die Bürger so auf, dass sie sich erhoben und ihn wieder aus der Stadt jagten(1327). Als unterdessen der Landgraf gestorben war, rüsteten die Feinde sich von Neuem gegen seinen Sohn Heinrich den Eisernen. Dieser aber schlug sie(1328) entscheidend bei Wetzlar und befreite dadurch auch die Stadt Giessen.— Nicht lange nachher rettete in der Fehde, welche Landgraf Hermann der Gelehrte mit dem Ritterbunde zu der alten Minne zu bestehen hatte, ein treuer Bürger aus Giessen, Namens Eekhard Holaschuher, dem Landgrafen das Leben. Er hatte nämlich in einem hohlen Baume gehört, wie die Feinde den Landgrafen überfallen wollten, und hinterbrachte den An- schlag seinem Fürsten, der nun auf seiner Hut war.
Herbord v. Garbenteich, Gerlach Becker(pistor), Herbord v. Linden und Gerlach Trage- fleisch(Dragevleisch. In einer Urkunde von 1293 wird der Name Drefleys und 1310 Dray-Fleysch geschrieben). Daselbst kommt auch der Herr Didericus plebanus in Gyzen vor. Wir könnten hier aus den neuerdings von Hrn. Baur veröffentlichten Urkunden von Arnsburg noch mehreres Interessante über Giessen mittheilen, wenn wir nicht fürch- ten müssten, zu weitläufig zu werden. Hier wollen wir nur bemerken, dass unterm Jahr 1310 eine Wiese an der Stebinsmarke vorkommt, was jetzt„in der Stephansmark' heisst, sodann ein Acker im Lützelfeld und auf dem Altenfeld(aldinfelde). Der Sand- gasse geschieht 1330 und des Stelzen Morgen 1370 urkundlich Erwähnung.— Minkel- mann nennt als alte Burgmannen von Giessen die von Westerburg, v. Busech, Elcker- hausen, Kinzenbach, Oyenhausen, Riedesel, Rodenhausen, Weitolshausen, Schwal- bach, von der Tanne, Schenk von Schweinsberg und von Trohe.


