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und wie abwechselnd ist der Blick in das Busecker Thal, in dessen Hintergrund sich Alten- und Grossen-Buseck zeigen, während links die Wellersburg hervortritt. Wendet man sich mehr östlich oder südöstlich, so zeigt sich zunächst das stille Dörfchen Annerod, weiter steigt aus waldiger Höhe der Schiffenberg, welchem rechts die Dörfer Watzenborn, Steinberg, hinter ihnen das Städtchen Grüningen, weiter der Oberstein- berger- und der Neuhof sich anschliessen.
Doch wir kehren nach Giessen zurück, und wollen zuerst die her- vorstehenden Einzelheiten der neuen Stadt, dann aber was in der Um- gegend Interesse für uns hat, kennen lernen. Wir beginnen mit dem Selzersberg, als demjenigen Theile der Stadt, welcher zwar der jüngste, zugleich aber auch der am höchsten gelegene ist, und über kurz oder lang der wichtigste und bedeutendste werden wird, wenn er es nicht jetzt schon ist. Unser Künstler hat von diesem Theile der Stadt zwei Ansichten geliefert. Die Eine stellt(vom Riegelpfade aus) fast die gesammte Stadt vor das Auge des Be- schauers. Die ihm links liegende grössere Hälfte umfasst den Selzers- berg mit seinen Gebäuden, worunter die sogenannte Clinik und die katholische Kirche vor Allem hervorragen. Die Ferne bildet der Veta- berg und Gleiberg nebst der Hardt, hinter ihnen ragt der Dunsberg hervor. Die kleinere Hälfte rechts, und zwar von dem Thurme der Stadtkirche an, stellt das alte Giessen dar. In der Ferne sieht man einzelne Dörfer, als Wieseck, Launsbach, Krofdorf und unweit der mit einer Pappelallee versehenen Strasse nach Marburg die sogenannte Wellersburg. Nehmen wir diejenige Ansicht, worauf sich die neue Lahnbrücke abgebildet findet, so erscheint uns über derselben links (dem Beschauer) zuerst die katholische Kirche mit ihrem spitzen Thurme. Es ist ein neues, im byzantinischen(romanischen) Style er- richtetes Gebäude ähnlich der alten Basilika, das den Beschauer ganz freundlich anspricht, aber auch wesentlich dazu beiträgt, diesem Stadt- theil ein städtisches Ansehen zu verleihen. Der Thurm hat etwa 20 Fuss ins Gevierte; an denselben lehnt sich nach Osten das ungefähr 54 Fuss breite und 112 Fuss lange Schiff, dessen östliches Ende sich in eine den Hochaltar enthaltende Apsis erweitert. Von seinem schö- nen Thurme, den der geneigte Leser auf unseren Ansichten deutlich sehen kann, vernimmt man nicht nur zur gewissen Zeit das feierliche Geläute, das den Katholiken zur Andacht und zum Gottesdienste ruft, sondern auch seit dem November 1852 die Verkündigung der Zeit- stunden durch eine neu errichtete Uhr, deren Mangel von den Bewoh- nern des Selzerberges lange schmerzlich empfunden wurde. Wäahrend


