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Feuilleton. 287
Kleine Prager Chronik.
Die Pattikoncerte ſind vorüber, Prag hat ſich aber⸗ mals ausgezeichnet und die Solidität ſeines Geſchmackes glänzend dargethan. Die Koncerte waren beſucht, doch nicht über füllt, man bewunderte die ſeltenen Naturanlagen der Patti, welche, was den Umfang ihrer Mittel anbe⸗ langt, ein unicum iſt und von der ein hieſiger Referent treffend behauptet, daß ihr Organ dort anfängt, wo an⸗ dere aufhören; man ließ ſich von den vorzüglichen Lei⸗ ſtungen der übrigen Künſtler entzücken, aber man verfiel nicht in jene Beifallswuth, in jenen Pattiſchwindel, auf den es durch die verſchiedenartigſten Mittel der Reklame abgeſehen war. Die Porträts, die Photographien, ja ſelbſt die den Tagesblättern beigelegten Biographien waren nicht im Stande, uns in jene Begeiſterung zu verſetzen, welche Herr Ullmann ſo gern bezweckt hätte, und man mußte, um nicht vor nur halbgefüllten Bänken zu ſingen, den Wohlthätigen ſpielen, und allen muſikaliſchen Inſtituten Prags Freikarten ſpenden. Daß dem ſo war, freut uns, denn der Beifall eines Publikums, welches bei jeder Ge⸗ legenheit in Enthuſiasmus und fieberhafte Beifallswuthe verfällt, iſt werthlos, und das UÜrtheil der Prager hatte bisher in muſikaliſchen Dingen bedeutenden Werth.
Der Aasvogel Prags, welcher bisher nur bei Leichen⸗ begängniſſen ſchrie, erhebt nun ſeine Stimme auch bei Trauungen und Taufen und fördert Lieder zur Welt, welche wahrhaft erbarmungswürdig ſind. Dieſer befiederte Sänger iſt ſeit einiger Zeit regſamer als ſonſt und wir erfreuen uns an ſeinen wahrhaft poetiſchen Ergüſſen, aus denen wir nächſtens eine Blumenleſe veranſtalten und unſeren Leſern offeriren wollen. Wir hoffen damit einige junge Leute zu kuriren, welche an der fixen Idee laboriren, Dichter werden zu wollen, und verſchiedene Brochüren und Schriften mit den Erzeugniſſen ihres geiſtigen Schnu⸗ pfens, den ſie für poetiſche Begeiſterung halten, verunrei⸗ nigen. Wir haben in Prag nicht nur einen Dichter des Todes, wir haben auch Dienſtmänner des Todes. Es ſind das ein Dutzend frackbeſitzende, ſchlanke Jünglinge, welche für eine Wachskerze und für einen Gulden öſter⸗ reich. Währung den Verſtorbenen die letzte Ehre erweiſen und als Fackelträger figuriren. Fröhlich ſind ſie nur, wenn andere weinen, denn da blühen ihnen die Gulden⸗ zettel, traurig ſind ſie, wenn ſich der Geſundheitszuſtand der Stadt beſſert, denn dann verdienen ſie nichts. Einem dieſer Jünglinge paſſirte unlängſt ein fataler Streich, welcher ihm bald das Bein gekoſtet hätte. Trotz der trau⸗ rigen Beſchäftigung liebte nämlich dieſer Jüngling ein in einem hohen Erdgeſchoſſe wohnendes Mädchen und ſchwärmte für ſie beſonders an ſolchen Tagen, wo ſeiner Begeiſterung ein verſtorbener Guldenſchein zu Hilfe kam, der in einigen Halben Lager aufgelöſt worden war. In einem ſolchen Momente, es war bereits Nacht, ging unſer Jüngling mit einem Kameraden an der Wohnung ſeiner Flamme vorüber. Stehen bleiben und das Fenſter an⸗ winſeln, war eins. Was ſie wohl machen wird, flüſterte er ſo ſüß als der konſumirte Hopfen es nur zuließ. Schla⸗ fen wird ſie, entgegnete der Gefährte. O nein, ſäuſelte der Dienſtmann des Todes ſie denkt gewiß an mich. Ich möchte das ſehen! Der Gefährte konnte nicht begreifen, wie man Gedanken ſehen könne, der Schwärmer machte es ihm begreiflich. Er kletterte am Fenſtergitter empor, ſah lange durch die Scheiben und fiel endlich entzückt zur Erde nieder. Haſt du geſehen? fragte der Andere. O weh, mein Fuß, ſchrie der Schwärmer und rieb ſich die Knöchel, ich habe mir den Fuß gebrochen. Hilf mir doch zu einem Doktor. Mit Mühe richtete er ſich auf und ſchleppte ſich zur nächſten Officin. Dort wurde gepocht und es öffnete ein Gehilfe, welcher ebenfalls dem Gerſten⸗ ſafte zu eifrig zugeſprochen haben mochte, denn er tau⸗ melte hin und den
Ich habe mir den Fuß gebrochen, jammerte der Dienſtmann, helfen Sie mir, Herr Doktor.
Der geſchmeichelte Barbier legte den Verletzten auf ein Ruhebett und entkleidete ihn. Der Fuß war bis über das Knie hinauf ſchwarz, und erſchreckt fuhr der Barbier zurück. Herr Gott! rief er, ich muß um den Prinzipal, der Fuß muß weg, er hat den Brand! Das war unſerem Verwundeten doch zu viel. Sein Rauſch war verflogen, beſtürzt ſah er auf ſeinen ſchwarzen Fuß und rief dem Doktor zu: Sie ſind ein Eſel, mein Beinkleid färbt ab, deßhalb iſt der Fuß ſo ſchwarz. Er war gerettet und iſt dem Korps der Dienſtmänner des Todes treu geblieben.
Von unſerem Theater iſt nicht viel Neues zu melden. Die Oper„Lara“, welche in Paris das Repertoir be⸗ herrſcht, iſt hier zur Aufführung gekommen und hat recht ſehr gefallen. Die Direktion hat ſie ſehr hübſch ausge⸗ ſtattet und wenn erſt einige Längen, welche dadurch ent⸗ ſtanden ſind, daß man im Originale vorkommende Proſa zu Recitativen umgeſchaffen hat, gekürzt ſind dann iſt als gewiß anzunehmen, daß ſie ſich lange auf dem Re⸗ pertoir erhalten wird. Die Schauſpielnovitäten werden noch immer zurückgehalten und ſpuken nur auf dem Re⸗ pertoir herum ohne anf die Bretter kommen zu können. Ob man ſie für beſſere Zeiten aufſpart oder ob man ſie bequemlichkeitshalber liegen läßt, wiſſen wir nicht, wollen jedoch das letztere nicht hoffen, denn dann wäre es über⸗ flüſſig geweſen, die Benefizen abzuſchaffen, welche der Grund waren, warum das Repertoir einförmig und ſteril blieb, da alle beſſeren Novitäten bis zur Benefſizezeit zurück⸗ gehalten wurden. Hoffen wir, daß die Direktion im näch⸗ ſten Monat rühriger ſein werde!
Auflöſung
der zweiſylbigen Charade von Joh. Mülling im VIII. Hefte der„Erinnerungen“:
Geldnoth.
Auflöſung
des geographiſchen Worträthſels von Franz Melcher im VIII. Hefte der„Erinnerungen“: A gra m 2 T oled o Hannover E ul e N aupli a Richtige Auflöſungen haben eingeſendet die Herren: Konſtantin Mandrowié Franz Sullak, Adolf Jakob S. A. Ohrenſtein, Ferdinand M. Hein, Guſtav Bougenauer, Wenzel Strnad, Edmund Sauer Ferdinand K. drama⸗ tiſcher Kaffeeſieder, Joſef Erben, Simon Meller, Karl Franke, Otto Hübner, Adolf Groß und Fräulein Johanna Goliath.
Vierſylbige Charade von J. R.
Die Erſte iſt ein Fiſch, doch ſchaut Sie keinem Fiſche gleich, Sie hat ſtatt Schuppen eine Haut, Die Gräten ſind ſo weich.


