Jahrgang 
1864
Seite
225
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an:Oeffne mir Deine Aepfel!Ja, Bürger, was willſt Du denn von meinen Aepfeln?Ich muß ſehen, ob Du keine Kanonen darin verſteckt haſt!

Kleine Prager Chronik.

Da wir das letztemal gar nichts über unſer Theater gebracht haben, müſſen wir das Verſäumte nachholen, in⸗ dem wir über die neue Tragödie Moſenthals,Pietra, ein ausführliches Urtheil veröffentlichen. Am 24. d. kam dieſe im k. deutſchen Landestheater zur erſten Aufführung. Die Tragödie hatte einen nicht unbedeutenden Erfolg, doch zweifeln wir, daß auch die Wiederholungen von dem⸗ ſelben Glücke begleitet ſein werden. Ehe wir an eine kritiſche Beleuchtung der Tragödie gehen, wollen wir kurz die Handlung derſelben rekapituliren. Die Guelfen hatten mit den Anhängern Ezzelins gekämpft und zum erſten Male einen Sieg errungen. Darüber herrſcht großer Jubel im Schloſſe, welcher ſich darin äußert, daß alle An⸗ hänger Tiſo's, darunter auch deſſen zarte Tochter Pietra, die Todten und Verwundeten in die reißende Brenta hinabſtoßen, um dem Familienhaſſe Genüge zu thun. Dieſer Haß iſt ſo furchtbar, daß Tiſo's zarte Tochter, die poetiſche Pietra, auf der Wahlſtatt umherirrt, um Czzelin's Lieblingsſohn Manfred, von dem es verlautet, daß er ge⸗ fallen ſei, aufzuſuchen und eigenhändig ihrem racheſchnau⸗ benden Vater zu überbringen. Manfred iſt auch ver⸗ wundet worden und fiel, wurde jedoch von Nora, der Amme Pietra's, gerettet und in ihr Kämmerchen geſchafft. Nora wird von dem Kaſtellan, welcher Verdacht gegen ſie hat, fortgeſchickt, entdeckt ſich Pietra und nimmt ihr einen Schwur ab, den Verwundeten, welchen ſie nicht kennt, zu beſchützen. Leonoſio, Tiſo's Neffe, iſt in Pietra verliebt, und erregte durch das Wort Liebe in dem Mäd⸗ chen einen Sturm nie geahnter Gefühle. Alſo präparirt, erblickt ſie Manfred und iſt augenblicklich verliebt. Der jahrelange, mit der Muttermilch eingeſogene Haß gegen die Ghibellinen iſt mit einem Male verſchwunden und eben ſo heftig wird ihre Liebe, wie verzehrend ihr Haß war. Sie täuſcht ihren Vater und ihre ganze Umgebung, rettet Manfred durch einen geheimen Gang und ein Thor, das an die Brenta führt und wozu ſie ihm die Schlüſſel gibt, und der beinahe zu Tode getroffene Manfred, welcher ſeinen Wunden zum Trotz Kraft genug hatte, durch zwei Akte lang die affektvollſten Liebesſcenen durchzumachen, hat nun auch Kraft genug, allein über die toſende Brenta zu kommen, auf daß er von ſeinem Vater Czzelin die Erlaubniß erhalte, Pietra heimführen zu können. Der Neffe Czzelins, Alberich, ein gar böſer Herr, läßt Manfred nicht fort, raubt ihm den verhängnißvollen Schlüſſel und beſchließt mit den Seinen im Schloſſe einzufallen und Tiſo zu vernichten. Aber Tiſo hat gute Spione. Er er⸗ fährt den Plan Alberichs und rüſtet ſich. Pietra hält ſich für verrathen und mit einem Male ſchnappt ihre Liebe in die furchtbarſte Rache um. Sie verlangt, wie ein zweiter Karl Moor, von Leoniſio ihren Manfred ganz, und be⸗ waffnet ſich mit einem Schwerte, um den Verräther ge⸗ bührend zu empfangen. Der todtmüde Manfred aber ſchwimmt nochmals über die Brenta, um den Ueberfall zu verhindern, Leoniſio trifft ihn und verwundet ihn tödtlich. Alſo kommt er mit Pietra zuſammen, erklärt ihr das Mißverſtändiß und ſeine Unſchuld, ſie erſticht ſich und die Tragödie hat ein Ende.

Ziemlich genau charakteriſiren die Dichtung des Dich⸗

ters eigene Worte:Es iſt ein neues Blatt im alten Buch

des Kampf's der Guelfen mit den Ghibellinen, doch dürfen wir ſo kurz über die Dichtung eines der bedeutend⸗ ſten Dramatiker nicht hinweggehen. Der größte Fehler der Tragödie liegt unſerer Anſicht nach in dem, daß die Gegenſtellung des Haſſes der feindlichen Häuſer mit der Liebe Manfred's und Pietra's nicht bedeutend genug iſt. Dieſe Liebe ſoll der Lichtpunkt der Dichtung ſein, ſoll das ſein, was Romeo's Liebe im Haſſe der Montechi und der

Kapulets iſt, und iſt es doch gar nicht. Düſter, unnatür⸗ lich wie der finſtere Haß, iſt auch die Liebe einer Pietra, welcher der Dichter ſelbſt alle Poeſie abſtreifte, da er ſie haſſen läßt, wie gemeine Söldner haſſen. Groß iſt die Seele Pietra's nicht, weil ſie nicht zurückſchreckt, die todten Leiber der gefallenen Feinde zu berühren, ſie iſt blos ab⸗ geſtumpft und demnach des edlen, hohen Gefühles einer ſo reinen Liebe, wie Moſenthal ſie zeichnen wollte, nicht fähig. Auch äußerte ſich dieſe Liebe ſehr unpoetiſch durch eine permanente Reihe von Umarmungen, welche nach⸗ gerade komiſch wirken, wie es auch Samſtag der Fall war. Manfred aber, der Baſtard Czzelins, hat gar keinen See⸗ lenkampf zu beſtehen. Der gute Junge kämpft und weiß nicht warum, er haßt nicht und demnach iſt ſeine Liebe nicht von der Bedeutung, wie Pietra's Liebe. Manfred iſt ein durchaus ſentimentaler Charakter. Es wäre viel⸗ leicht beſſer geweſen, Pietra ſo zu zeichnen und Manfred mit Pietra's Männlichkeit auszuſtatten. Tiſo aber, der haßerfüllte Guelfe, liefert ſo recht das Bild eines kraft⸗ und vernunftloſen alten Mannes der nichts mehr kann als Fluchen und Beten und deſſen Gebet ſelbſt kindiſche Läſterung iſt. Vom Beginn der Tragödie bis zum Schluſſe derſelben kommt er nicht zu Athem, immer fiebert er in den verſchiedenen Affekten des Haſſes herum, und wird dadurch faſt wirkungslos, da ſeine Worte der Vertheilung von Licht und Schatten entbehren. Dieſes Alles, ſowie die Anhäufung der Affekte überhaupt, welche, auf die Spitze geſtellt, ſehr leicht entgegenſetzte Wirkung üben könnten, ſind die ſchwachen Seiten der Tragödie. Die guten Seiten derſelben ſind: die bühnenkundige Anord⸗ nung des Stoffes, gegen welche nur das einzuwenden wäre, daß vom vierten Akte an die Wirkſamkeit etwas abfällt und die poetiſche, ſchöne Diktion, welche, wenn ſie auch hie und da bedeutende Reminiſcenzen erweckt, doch auch ſo viel origineller Schönheiten enthält, um zu intereſſiren.

Die Aufführung war eine gute und wir haben gegen dieſelbe als Ganzes nur das einzuwenden, daß die Künſt⸗ ler gar nichts thaten, um die etwas auf die Spitze ge⸗ ſtellten Affekte zu mildern und alſo Licht und Schatten in das Werk hineinzubringen. Das gilt namentlich von Frl. Porth, welche die Idealiſirung Pietra's nicht einmal verſuchte und die Effekte derſelben benützte, um ihre Mittel glänzen zu laſſen. Dieſe verſchafften ihr denn auch zahl⸗ reiche Hervorrufe. Herr Kühns gab den Tiſo anſtändig, doch auch er machte keine Miene, um zur Hervorhebung einzelner Effekte andere fallen zu laſſen, was jedenfalls von Nutzen geweſen wäre. Herr Sauer gab den durch vier Akte tödtlich verwundeten Manfred mit Wärme und poetiſchem Schwung. Daß Herr Hallenſtein die kleine Rolle des Alberich übernahm iſt um ſo lobenswerther, als vor⸗ nehmlich dieſem Umſtand der glückliche Erfolg des vierten Aktes zu verdanken iſt, der mit Herrn Häger(Matteo Schio) bald in die Brüche gegangen wäre. Vortrefflich war Frau Frey als Nora, und gut waren die Herren Frey(Leoniſio) und Kolar(Gorello).

Die Mitwirkenden wurden nach jedem Aktſchluſſe

gerufen.

Auflöſung des Preis⸗Räthſels von Joh. Mülling im VI. Hefte derErinnerungen:

England iſt eine Großmacht.

Die erſte richtige Auflöſung für Prag wurde einge⸗ ſendet von Herrn F. Hein.

Die erſte richtige Auflöſung für einen Umkreis von zwanzig Meilen wurde eingeſendet von Herrn Liebiger, Gemeindearzt in Großbitteſch.

Die erſte richtige Auflöſung für weitere Entfernung wurde eingeſendet von Herrn Otto Müller in Wien.