Jahrgang 
1864
Seite
13
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Gegenadmiral Wilh

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wird hier ohne Ausnahme als die ſchlimmſte aller mög⸗ lichen Löſungen betrachtek. Ich, und mit mir alle meine Landsleute, können nicht an eine Theilung Schleswigs glauben. Söllte es zu einer Abſtimmung kommen, ſo wird ohne allen Zweifel eine ungeheure Majorität auch in dem allernördlichſten Diſtrikte ſich der Theilung wider⸗ ſetzen und auf ſeiner Verbindung mit dem übrigen Schles⸗ wig, was auch deſſen künftiges Schickſal ſein möge, be⸗ ſtehen.Ich habe, fügt der Korreſpondent hinzu,dieſen Brief Ihnen wörtlich mitgetheilt, weil er, wie ich aus ſgener Kenntniß weiß, nicht die Gefühle eines einzelnen Mannes, ſondern der geſammten ſchleswig'ſchen Bevöl⸗ taung, ſowohl im Norden als Süden des Herzogthums, ausdrückt.

Die Genehmigung, den Erklärungen, wie dem geſammten bisherigen Auftre⸗ ten des Herrn v. Beuſt in London in ihrer Sitzung vom 2. Juni ertheilt hat, lautete wörtlich:

Indem die hohe Bundesverſammlung von den wei⸗ teren Berichten Ew. Excellenz bis zu jenem vom 29. v. M. Kenntniß genommen, hat dieſelbe das Präſidium erſucht, Ew. Excellenz den Ausdruck der lebhaften Befrie⸗ digung und der vollſten Anerkennung bekannt zu geben, zu welchen der für die Anſprüche und Intereſſen Deutſch⸗ kands erfolgverheißende Fortgang der Konferenzverhand⸗ lungen und die von Ew. Excellenz unter ſchwierigen Ver⸗ hältniſſen entwickelte, eben ſo eifrige als umſichtige per⸗ ſönliche Wirkſamkeit gerechten Anlaß bieten. Insbeſondere hat die hohe Bundesverſammlung die von Ew. Excellenz im Einvernehmen mit den Herren Bevollmächtigten von Oeſterreich und Preußen in der Sitzung vom 28. Mai abgegebenen Erklärungen gebilligt, welche ſie als in vollem Einklange mit dem Geiſte und Inhalte Ihrer all⸗ gemeinen Inſtruktionen erkennt.

Die Chancen für den öſterreichiſchen Standpunkt ſtehen bei der Zollkonferenz gut. In der nächſten Sitzung, an welcher die öſterr. Bevollmächtigten nicht theilnehmen werden, weil die Zollvereinsregierungen unter ſich die we⸗ ſentlichen Punkte für ihre gemeinſame Haltung feſtzuſtellen gedenken, wird ſich wohl ſchon genauer ergeben, in wie weit Oeſterreich auf ihre Unterſtützung rechnen kann. Jenem ſouveränen Ignoriren des Rechtsſtandpunktes, welches der

welche die Bundesverſammlung

öſterreichiſchen Regierung von anderer Seite entgegentritt, wird man das Eine wenigſtens kann jetzt ſchon mit

Sicherheit angenommen werden bei ihnen nicht zu begegnen haben. Ob dagegen die krankhafte Angſt vor der Sprengung des Zollvereines nicht kräftigere Wirkung thun wird, als alle ſachlichen Gründe, die ja ſchließlich doch wieder zur Erhaltung des Zollvereines führen müßten, wird die Zukunft lehren. In London glaubt

man allgemein, daß Oeſterreich, Preußen und Rußland

bald wieder auf demſelben Fuße ſtehen werden, wie vor dem Krimkriege. Doch ver⸗ muthet man, daß über mehrere wichtige Punkte die Meinungen der Kabinete von Wien, Berlin und Peters⸗ burg noch weit aus einander gehen. Es liegt auf der

Hand, daß ſie alle entſchloſſen ſind, keine Einmiſchung

Frankreichs in das Geſchick der Polen zu dulden; aber weder Oeſterreich noch Preußen iſt gewillt, mit Rußland in deſſen öſtlicher Politik zu gehen. Allerdings betonte die öſterreichiſche Regierung vor nicht Langem noch die Nothwendigkeit einer bewaffneten Intervention in den Donau⸗Fürſtenthümern; jedoch war ſie der Anſicht, daß nur und allein türkiſchen Truppen der Einmarſch zu ge⸗ ſtatten ſei. Rußland wünſchte auchdie Wiederherſtellung der Ordnung; aber Fürſt Gortſchakow wollte die Sache gern praktiſcher angreifen und hätte vielleicht die am Pruth ſchon zuſammengezogenen Truppen über die Grenze marſchiren laſſen, wenn nicht der franzöſiſche Botſchafter in Konſtantinopel der Pforte den Rath ertheilt hätte, da⸗ gegen zu proteſtiren. Die neuerdings von Rußland be⸗ folgte Politik in Bezug auf Oldenburg iſt der öſt erreichi⸗ ſchen Regierung ſehr zuwider..... Die demnächſte Zuſammenkunſt des Grafen Rechberg mit Herrn von Bis⸗

elm v. Tegetthoff. 11

mark in Karlsbad wird wahrſcheinlich wichtige Reſultate im Gefolge haben.Des Kaiſers officielle Berather, ſagt ein ausländiſcher Staatsmann,ſind zu dem Schluſſe gelangt, daß Herr von Bismark nicht abgeneigt iſt, den Krieg mit Dänemark fortzuſetzen, und Graf Rech⸗ berg wird deshalb ſeinem preußiſchen Kollegen offen heraus erklären, daß Oeſterreich jeden beliebigen vernünf⸗ tigen Vorſchlag zu einem Kompromiſſe, der von den neutralen Mächten ausgehen ſollte, annehmen wird. Es ſcheint unzweifelhaft, daß Oeſterreich die Rolle eines bloßen Trabanten Preußens nicht ſpielen will. Für die Friedensgeneigtheit Oeſterreichs gibt es zwei Gründe: erſtens der Wunſch, einen Konflikt mit England zu ver⸗ meiden, zweitens die egoiſtiſche Politik Preußens.

DerKrz.⸗Ztg. berichtet man, daß das Tuülerien⸗ kabinet geradezu in direkter Verbindung mit dem Staats⸗ ſtreich in Bukareſt geſtanden habe. Hiernach wäre etwa acht Tage vor dem letztern ein geheimer Abgeſandter des Bukareſter Landtages nach Paris geſchickt worden, um dem dortigen Kabinet die Abſichten des Fürſten Couſa zu enthüllen und zu eröffnen, daß der Landtag ſich ge⸗ nöthigt ſehe, dem Fürſten zuvorzukommen. Der Fürſt erhielt von dieſer Gefahr, die ihm drohte, ſofort Kunde durch wen iſt leicht zu errathen und ſo ging er raſcher an's Werk, als es urſprünglich ſein Plan war. Der Staatsſtreich ſollte nämlich erſt zwei oder drei Wochen ſpäter ausgeführt werden.

Gegenadmiral Wilhelm v. Tegetthoff.

er Befehlshaber der öſterreichiſch⸗ preußiſchen Flottenabtheilung in dem Seegefecht bei Helgo⸗ land, Wilhelm v. Tegetthoff, iſt als der Sohn eines bereits verſtorbenen öſterreichiſchen Oberſtlieutenants im Jahre 1827 zu Marburg in Steiermark geboren und erhielt ſeine mari⸗ time Ausbildung auf dem früher in Venedig beſtande⸗ nen Marine⸗Kadetten⸗Kollegium. Bei ſeinem Eintritt in den Seedienſt wurde er von ſeinen Vorgeſetzten bald als ein begabter Kopf erkannt und deshalb bei zahlrei⸗ chen Expeditionen verwendet, auf welchen er ſeine jetzt glänzend bewährte Erfahrung erwarb. So machte er in den Jahren 1848 49 die Blokade von Venedig mit und nahm ſpäter an weiteren Fahrten im Mittel⸗ ländiſchen Meere, nach der Levante und den Barbares⸗ kenſtaaten Theil. Ebenſo beſuchte er auf einer vom Seekommando angeordneten Expedition verſchiedene Punke der Weſtküſte von Afrika und begleitete den Erz⸗ herzog Ferdinand Max auf der Seereiſe nach Braſi⸗ lien. Im Jahre 1855 erhielt Herr v. Tegetthoff ein ſelbſtſtändiges Kommando, und als nach dem Aus⸗ bruch der Unruhen in Griechenland und der Verjagung des Königs Otto eine öſterreichiſche Flotten abtheilung in die levantiniſchen und griechiſchen Gewäſſer geſen⸗ det wurde, gab man ihm den Befehl über dieſelbe, ob⸗ gleich er dem Range nach zu den jüngſten Linienſchiffs⸗ kapitänen gehörte. Schon in dieſer Stellung bewies etthoff eine feſte Entſchiedenheit und klugen Takt. Bei allen Vorkommniſſen wußte er die Ehre ſeiner Flagge wahrzunehmen und das öſterreichiſche Eigenthum zu ſchützen, ſo daß die in Griechenland an⸗ geſiedelten Oeſterreicher voll ſeines Lobes waren. 2*

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