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Herr, wohin sollen wir gehen? : ein Wort eines evangelischen Theologiestudenten an seine Kommilitonen / Max Lackmann
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wollen als justi ex fide zu leben und zu lehren. Das bedeutet die Entscheidung gegen die kirchlich- theologische Glorificierung und Rechtfertigung der politischen Ideologie des SA.- Mannes und gegenwärtigen politischen Menschen" für den politischen Menschen und den Soldaten, wie ihn der Apostel Paulus und der Herr Christus selbst uns aufgetragen haben- im echten, gewichtigen Zusammenhang mit dem Wort des Rapitels 13 im Römerbrief( über die Pflichten gegen die Obrigkeit!), Vers 12 ,, Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekom­men".

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zu solcher Wahrheit, meine Brüder und Kommilitonen, sind wir als Theologiestudenten im Dritten Reich aufgerufen, weil wir nicht durch Gottes Ruf der Gnade allein zeit- und weltgebunden sein dürfen. Ganz einfach darum nicht, weil wir Kirche, eben ecclesia in der Zeit sein sollen. Und das zuerst an unserem deutschen Volke.

Das ein des Glaubens eines Theologiestudenten zu dem ,, politischen Menschen" des nationalsozialistischen Volksstaates, wie ihn die Reichskirche bis heute bejaht, darf nicht mit einem Verständnis dieses Gegners rechnen. Wir, die wir noch Theo­logie studieren, dürfen im besten Falle die Hoffnung haben, daß ein Staat und eine Kirchenleitung, die sich auf Christentum, Re­formation und Protestantismus nicht wenig berufen, Reforma­tionsgeschichte und ein wenig mehr Theologie als bisher studie­ren und dann erkennen möchten, daß diese Leute als Protestanten einen anderen Staat, einen anderen politischen Menschen, eine andere Kirche gemeint haben.

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Es ist eine müssige Sache auch für uns Theologiestudenten, bei diesen Kirchengeschichtlichen und systematischen Studien den Franzosen und Humanisten Calvin gegen den Deutschen und Bauernsohn Luther auszuspielen. über die Grundthese" Rechtfertigung aus Gnaden im weil sie diese Glauben" der Reformation waren sich beide völlig einig These beide allein aus der Heiligen Schrift im Glauben erkannten. Darum sollten wir alle uns erst einmal dieses Gemeinsame und Verbindende der Reformatoren erarbeiten und zu Herzen nehmen, bevor wir nach rassischen und geistig- strukturellen" Unterschieden schnüffeln. Ich persönlich bin luthe rischer Herkunft, wüßte aber nicht, heute zu etwas anderem aufgerufen zu sein als meine reformierten Brüder und Rommilitonen, nämlich: wahre protestantische Theologie der Kirche der Reformation zu studieren, die Kirche unter dem Wort war.