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Herr, wohin sollen wir gehen? : ein Wort eines evangelischen Theologiestudenten an seine Kommilitonen / Max Lackmann
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d. i. evangelische Theologie fordert. Vielleicht wissen sie nur eines von beiden; und das ist nicht weniger abwegig und ge­fährlich.

Darum, Brüder und Kommilitonen, studiert Theologie, als deutsche Studenten!-

Allerdings, laßt uns das nicht als priesterliche Würdenträger oder schwärmerische Revolutionäre, sondern als Kinder des Ge horsams" tun. Es ist ein unerquicklicher Anblick und eine un­heilige Haltung, theologische Pose der Selbstherrlichkeit und Abgrenzung von den Ungläubigen" einzunehmen. Nicht der Theologiestudent Hans Müller soll den Kameraden im Arbeits­lager bedrängen und zur Rede stellen, sondern das Gnadenange­bot des barmherzigen Gottes in seinem Wort, durch den Heili­gen Geist. Nicht du sollst groß und erdrückend vor deinen Ra­meraden stehen- sondern Christ us. All das gewiß durch den Mund des Theologiestudenten Hans Müller; aber auch nur das: durch den Mund hindurch. Man muß es merken, daß du nicht dein eigenes, wertendes oder abstoßendes Wort sagst, son­dern nur ein Kind bist, das allein durch die Milch des Gottes­wortes existiert und gehorsam die Freudenbotschaft seines Va­ters ausrichtet. Die Heilige Schrift nennt diesen Gehorsam Christi , in dem alle Vernunft gefangen" sein soll( 2. Kor. 10, 5) die Liebe des Christen, wie es 2. Joh. 6 heißt und das ist die Liebe, daß wir wandeln nach seinem Gebot". Je weniger du ge­bietest mit deiner theologischen Sondererkenntnis, um so mehr Raum wird in deiner Rede und in deinem Wandel für Gottes Gebot und Gottes Liebe sein. Und diese beiden Willensäußerun­gen Gottesdie allerdings kannst du weder abschwächen noch verschärfen; der Vater hat nun einmal in seiner Liebe, nicht in unserem Liebesverständnis und Liebesbedürfnis, so gespro­chen zu dir, wie du es an jedem Tag deines Studiums hören kannst; und nun sei ein Kind, das nichts anderes weiß als das vom Vater.

Siehst du, was das bedeuten könnte, wenn du als ein Kind des Gehorsams Christi mit einem SA.- Mann reden oder selbst SA..Mann sein sollst?

Wie dieses Gespräch auch enden möge, der evangelische Theo­logiestudent muß es beginnen und muß es so führen. Nicht so,