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Censura Desß zu Marpurgk getruckten Buchs, dessen Titul : Kurtzer, doch Gründlicher Bericht, nach Innhalt der Augspurgischen Confession, Von den vornembsten streitigen ReformationsArtickeln, zwischen den Evangelischen, In Frag und Antwort, auß Gottes Wort, der alten Lehrer, und so wol Lutheri als Calvini, und beyderseits Theologen Büchern und Bekandtnussen, trewlich zusammen gezogen, Durch M. Jacobum Sartorium, &c. Auff einstendiges Anhalten vornemer Leute, kürtzlich gestellet Von Balthasare Mentzero, der heyligen Schrifft Doctore, und hiebevor zu Marpurg, jetzo zu Giessen Professore Ordinario
Entstehung
Seite
97
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Von dem natůrlichen Brot/ vnd deſſelben Brechung. 7

den/ als mit dem Mund das Sacrament zu nemmen. Aber ein jeder Gruͤbler muß etwas zu ſpintiſieren haben/ das Griechiſche Wort labete, ag- cipite, nemmet/ iſt General/ daß es ſo wolauff den Mund /als auff die Haͤn⸗ de kan gezogen werden: Wte von Ghriſto/ da er am Creutz hieng vnd mit den Haͤnden nit zugreiffen kondte/ die Schrifft bezeuget/ daß er den Eſſig genom⸗ men habe/ Johan. 10. v. z0. da eben das wort claben auch ſtehet. Iſt dem⸗ nach nur ein muhtwill/ daß man ſolcher geſtalt wolangeordnete Kirchen Ce⸗ remonien tadlen vnd außmuſtern wil. Darzu Sartorius ſich nicht geſchewet D. Luthern fuͤr einen Zengen anzugeben/ von welchem es doch niemals kein Menſch geſehen oder gehoͤret/ daß er das Sacrament in die Haͤnde der Com⸗ municanten gegeben. Erredet aber daſelbſt wider die Papiſten/ vnd verwirfft jhre Vrſachen/ die ſie einwendeten: Nemblich deßwegen ſolle man das Sa⸗ crament in der Leyen Haͤnde nicht geben/ dieweil dieſelbe vnrein vnd mit ſuͤn⸗ ben befleckt ſeyen. Da antwortet D. Luther recht/ vnd wir mit jhm/ Wann diſer vrſachen halben das Sacrament nit duͤrffet mit den Haͤnden angegrif⸗ fen werden/ ſo muͤſte man es auch mit dem Munde nit nemen/ Sintemal mit dem Munde viel mehr fuͤnde geſchehen/ als mit der Hand. Sonſt laſſen wirs vnſers Orts ein frey Mittelding ſeyn/ daß das H. Abendmal mit deß Auß⸗ ſpenders/ oder vnſerer eigen Haͤnde zum Munde gefuͤhret vnnd empfangen werde. Wolſtands aber der Kirchen ſoll man nicht ohnnoͤtiger weiſe aͤndern: vnd koͤnnen wol anſehenliche Vrſachen vorgezeiget werden/ warumb es alſo in der Kirchen vor gut angeſehen worden/ daß man den Communicanten das H. Abendmalnit in die Haͤnde/ ſondern in den Mund gegeben/ die wir anderßwoerzehlet. Es geye nur Sartorius neher bey ſich/ vnd ſage vns/ wel⸗ ches verantwortlicher ſey/ daß der Prediger den Kelch zu dem Munde deß Communtcanten halte/ vnd jhme zu trincken gebe/ oder aber dem Commu⸗ nicanten den Kelch in die Haͤnde gebe/ vnnd derſelbige mit zitterender Hand jhn anneme vnd verſchuͤtte. Mehr wil ich jetzo nicht ſagen. Vnnd ſind wol Exempel/ daß Lute an den Armen oder Haͤnden gebraͤchlich/ oder gantz lahm find/ ſolte man denen das Abendmal nicht in den Mund geben koͤnnen? Da ſich Sartorius nicht behelffen kan/ das ſeye ein caſus neceffitaris. Dann ein klar offentlich Mandat vnd Befelch Gottes tringt durch/ vnnd muß darinn kein menſchlich Hindernuß gelten. Als zum Exempel: Wann einer gar kei⸗ nen Wein trincket vnd zumal nit vertragen kan/ vnnd wolte das Abendmal vnter der geſtalt deß Brots allein brauchen/ da darff man Chriſt Ordnung nit brechen/ ſondern muß ein jeder entweder das Abendmal gantz empfahen/

oder ſich deſſen gantz enthalten/ Iſt nun das Chriſti Befelch/ daß man noht⸗ N wendig