Druckschrift 
Censura Desß zu Marpurgk getruckten Buchs, dessen Titul : Kurtzer, doch Gründlicher Bericht, nach Innhalt der Augspurgischen Confession, Von den vornembsten streitigen ReformationsArtickeln, zwischen den Evangelischen, In Frag und Antwort, auß Gottes Wort, der alten Lehrer, und so wol Lutheri als Calvini, und beyderseits Theologen Büchern und Bekandtnussen, trewlich zusammen gezogen, Durch M. Jacobum Sartorium, &c. Auff einstendiges Anhalten vornemer Leute, kürtzlich gestellet Von Balthasare Mentzero, der heyligen Schrifft Doctore, und hiebevor zu Marpurg, jetzo zu Giessen Professore Ordinario
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen

wie jhn der maß die zie⸗ dſonit i dann und ze⸗ lehtt/

duhe Rech⸗

n Va⸗ ſebigen igt vns der die arnach urebt/

Von Abtheilung der zehen Gehot. 13

Es bringe Lartorius eine Frage vor p 9. 10. Dieweil die zehen Gebot dem Juͤdiſchen Volck gegeben ſeynd/ ob dann die Chriſten auch ſchuldig ſeyen dieſelbigen zu halten? Vnnd antwortet/ freylich Ja: Da er aber nohewendig hette ein Vnterſcheid ſollen anzeigen/ daß Moſes vns Chriſten nichts zu befehlen habe/ vnnd wir auß Moſen nicht angewieſen ſeyen/ jhme Gehorſam zu leiſten/ ſondern dieweil die zehen Gebot/ welche Moſes auff Goͤꝛtlichen Befelch dem juͤdiſchen Volck vorgeſchrieben/ in ſich faſſen das Geſetz der Natur/ ſo vnſern erſten Eltern im Paradeiß von Gott ſelbſt eingepſlantzet dannenher ſeyen wir verpflichtet/ den ſelben Geboten zu gehorſamen/ doch mit ferꝛnerm vnterſcheid daß das jenige/ welches eigentlich von Moſe herꝛuͤhret/ vnd zu ſeinem Juͤdiſchen Regiment vnd Ordnung ge⸗ gehoͤret/ vnd allein die Juden nicht aber ins gemeyn alle Menſchen angehet/ vor ſich ſelbſt ſtehen bleib/ vnnd nicht vnter das andere vermiſchet werde/ ſo ohne Vnterſcheid alle vnd jede Menſchen bindet vnd faſſet. Solches klar in machen/ mercke mit fleiß/ daß vnſere Paradyß Eltern vnnd Patriarchen nicht hetten ſagen ſollen in Erzehlung des erſten Gebors, Ich bin der ER dein Gott/ der dich auß Egyptenland gefuͤhret hat dañ ſie waren in Egypten nicht vnter der Dienſtbarkeit geweſen vnd koͤndten demnach nicht ſagen/ daß ſie darauß weren erloͤſet worden/ wie auch wir Chriſten im newen Teſtament ſolches von vns nicht ſagen koͤnnen/ oder auch ſollen/ nach dem Spruch Je⸗ rem. 16. v. 14. 15. Es kompl die Zeit/ ſpricht der Eᷣs daß man nicht mehr ſagen wird/ So wahr der HER lebt/ der die Kinder Iſrael auß Egyptenland gefuͤhret hat/ ꝛc. Vergleiche mit dieſem das 23. Cap. deſſelbigen Prophetens/ verſ. 1z.& 7. daß es ſich hieher nicht reimen wil/ was man etwan von dem Geiſtlichen Egypten vorzubringen pflegt/ fintemal bekandt/ daß vnſer HErꝛ Gott/ den Nahmen imalten Teſtament lange Zeit gefuͤhret/ von der herꝛlichen Wolthat vnnd Erloͤſung der Juͤden auß dem Dien ſthauß Egypten/ daß alſo dieſelbe Wort an dieſem Orrnicht verbluͤmb⸗ ter Weiſe ſondern in jren eigentlich? Bedeurung muͤſſe ver ſtanden werden.

Gleiche Meinung hat es mit dem vierdten Gebot/ da die Verheiſ⸗ ſung redet/ von dem Land Canaan/ welches vnſer Erꝛ Gott dem Samen Abraha einzugeben verſprochen vnd gehet derowegen vns Chriſten daſſelbi⸗ ge Land nichts an: Weiches die eigentliche Vrſacke iſt/ doßtm newen Teſta⸗ ment/ da deß vierdten Gehors gedacht wid/ derſelbige Zuſatz ron dem ge⸗ lobten Land nicht geſetzt/ ſondern bloß geſagt wird: Auff daß dirs wolgehe/ vnd

lang lebeſt auff Erden/ Epheſ. 6. v. 3. B iij Im