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Auch die Abſatzverhältniſſe ſind nicht als ungünſtig zu bezeichnen, und durch Leibrenten ꝛc. ſind die Güter nicht ſtärker wie ſonſt auch belaſtet.
Die eigentlichen Gründe der ungenügenden Rentabilität ſind daher anderwärts zu ſuchen und bereits bei den vorderen Fragen zum Theil ausführlich erörtert. Als die vornehmſten ſind zu recapituliren:
1. die ſtarke Neigung zum Pachten und die hohen Pachtzinſen; 2. ein mangelhafter landwirthſchaftlicher Betrieb; 3. ungenügendes Betriebscapital.
Die hohen Pachtpreiſe in Habitzheim ſind wirklich eine ganz auffallende Erſchei⸗ nung; nach den vorgelegten Verpachtungsprotocollen wird der Morgen(¼ Hectar) durchſchnittlich mit nahezu 40 Mk. bezahlt. Es zeigen dieſe Preiſe, daß die Land⸗ wirthe den Rechenſtift noch viel zu wenig, zum Theil wohl gar nicht gebrauchen. Das Feld wird blos gepachtet, weil man denkt ſo nebenher noch 1—2 Hectar mit bebauen zu können. Die Arbeit, die hierfür aufgewendet, wird nicht in Anſchlag gebracht.
Was die unrationelle Betriebsweiſe anbelangt, ſo iſt in erſter Linie eine ratio⸗ nellere Ernährung des Viehſtandes in's Auge zu faſſen. Durch Zugabe von Kraft⸗ futter könnten die Erträgniſſe des Viehſtandes noch ganz bedeutend geſteigert werden. Auch eine vernünftige Anwendung von künſtlichem Dünger dürfte ſehr überraſchende Reſultate zu Tage fördern. In Folge der Betheiligung mehrerer Landwirthe an der Actienrübenzuckerfabrik in Groß⸗Gerau, durch welche die Zuckerrübencultur eingeführt wurde, ſcheint indeſſen der Anwendung des künſtlichen Düngers und der Tiefcultur Bahn gebrochen zu ſein.
Zu alledem gehört aber Geld(Betriebscapital) und es zeigt ſich faſt ohne Aus⸗ nahme in augenfälliger Weiſe, daß dasſelbe fehlt.
Endlich repräſentiren die Wirthſchaftsgebäude vielfach einen zu hohen Werth. Sie wurden zumeiſt zu einer Zeit errichtet, als das ſtandesherrliche Gut noch parcellariſch an die Ortseinwohner verpachtet war und ſind für die heutigen Verhältniſſe zu aus⸗ gedehnt.
Frage X.
Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen?
Die Gemarkung Habitzheim liegt in einer für den Betrieb der Landwirth⸗ ſchaft ſich vorzugsweiſe eignenden Gegend, die örtlichen Bedingungen, die Hülfs⸗ und Verkehrsmittel laſſen faſt nichts zu wünſchen übrig. Es müßte ſich dem⸗ nach in Habitzheim, einem für viele Gemeinden des vorderen Odenwaldes typiſchen
Orte, ein einigermaßen rentabler Betrieb ermöglichen laſſen. Wenn dies an⸗ ſcheinend trotzdem nicht der Fall iſt, wenn die Erhebungen ein entgegengeſetztes Re⸗


