Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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Bericht

über die landwirthſchaftlichen Verhültniſſe der

Gemeinde Guntersblum, Kreis Oppenheim,

erſtattet von F. L. Hirſch in Alsheim.

AIllgemeines.

Guntersblum, ein freundlicher, in dem Rheinthal gelegener Marktflecken, war bis zu dem Frieden von Lüneville eine Beſitzung, auch Reſidenz, der Grafen von Leiningen⸗Dachsburg. Von dieſer Zeit an zu Frankreich gehörend, wurde Gunters⸗ blum nach den Beſchlüſſen des Wiener Congreſſes dem Großherzogthum Heſſen zuge⸗ wieſen und nach kurzer proviſoriſcher Verwaltung im Jahr 1816 einverleibt.

Der Ort, ſowie ein Theil der Gemarkung liegt in dem Rheinthal, der andere Theil auf der Höhe, grenzt im Oſten an den Rhein, wird von der Heſſiſchen Lud⸗ wigseiſenbahn durchſchnitten und durch den Rheindurchſtich in zwei Theile getheilt.

Nach der letzten Volkszählung hat die Gemeinde 2116 Einwohner, hiervon ſind 1505 evangeliſcher, 345 katholiſcher, 60 verſchiedener Confeſſion und 106 Juden. Die Bevölkerung iſt im Allgemeinen eine ſtändige und ſeßhafte; Auswanderungen kommen immer vor, ohne aber überhand zu nehmen. Die Heirathen finden meiſtens innerhalb der Gemeinde ſtatt; bei Verheirathungen aus wohlhabenden Familien nach auswärts, werden die Güter großentheils von den Familiengliedern übernommen.

Die Gemarkung hat einen Flächengehalt von 3031,27 Hectar in 8945 Parcellen; von dieſem Grundeigenthum ſind: 1382 Hectar Ackerland und Grabgärten, 563 Hectar Weiden und Wieſen, 161 Hectar Weinberg, 14 Hectar Hofraithen, 584 Hectar Wald

und 327 Hectar unbeſteuerbare Fläche. 1 ¹⁶