Bericht
über die
landwirthſchaftlichen Verhältniſſe
Gemeinde Mühlheim a. A., Ar. Offenbach,
erſtattet von
C. Lucke, Hof Patershauſen.
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Einleitung.
Bevor der unterfertigte Commiſſär für die Gemeinde Mühlheim im Kreiſe Offenbach zur Erſtattung des Befundes der landwirthſchaftlichen Lage in dieſem Orte übergeht, ſei es geſtattet, im Intereſſe des Verſtändniſſes für den Geſetzgeber, dem doch die Enquéte Material zuſammenzutragen berufen iſt, die Wahl des Ortes Mühlheim und die Verſchiedenheit der Verhältniſſe desſelben zu denen des als Muſter gegebenen Ortes Meſſel im Kreiſe Darmſtadt kritiſch zu beleuchten.
Noch unberührt von dem modernen Welttreiben, in idylliſcher Abgeſchiedenheit liegt der zum Muſter genommene Ort Meſſel mit ſeinen 678 Einwohnern und 137 Häuſern. Nur Landbau und die damit zuſammenhängenden Nebenbeſchäftigungen treiben ſeine Bewohner. Der Typus eines Bauerndorfes iſt nach jeder Richtung hin noch vollſtändig gewahrt.
Wie ganz anders ſieht es dagegen in Mühlheim aus!? In 333 Häuſern und 611 Haushaltungen iſt eine Bevölkerung von 2446 Seelen anſäſſig, welche die Land⸗ wirthſchaft nur betreibt, um Beſchäftigungen der verſchiedenſten Art beſſer zu fun⸗ diren. In Mühlheim gibt es keinen einzigen Bauer, dem Sinne des Wortes nach; Handel, Gewerbe und Arbeitsleiſtung für und in Fabriken aller Art in Offenbach und Hanau, bezw. Frankfurt a. M., bilden die Erwerbsquellen der Bevölkerung, denn in Mühlheim beſitzen 735 Beſitzer 500 Hectar, alſo im Durchſchnitt 10% 21
Hectar, während in Meſſel 144 Beſitzer 535 Hectar oder im Durchſchnitt jeder 1 ¹⁹


