Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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Bericht

über die landmwirthſchaftlichen Verhältniſſe der

Gemeinde Wenings, Rreis Büdingen,

erſtattet von dem

Gräflich Stolbergiſchen Domänenrath Brumhard zu Gedern.

Allgemeines.

Weningss liegt am ſüdweſtlichen Abhange des Vogelsberges, ca. 275 Meter über dem Meere, 3 Kilometer von der Staatsſtraße Lauterbach⸗Ortenberg. Seine nächſte Eiſenbahnſtation iſt Büdingen, von wo es ca. 14 Kilometer entfernt iſt und wohin eine wohlunterhaltene, wenn auch theilweiſe bergige Kreisſtraße führt. Von größeren Städten liegt Wenings, wie der ganze Vogelsberg, weit ab entfernt.

Die Gemeinde zählt zur Zeit 912 Einwohner in 130 Häuſern und 155 Haus⸗ haltungen, worunter 22 jüdiſche Haushaltungen mit 123 Seelen. Die Juden treiben ihre Geſchäfte nicht gerade zum Vortheil der Landwirthe ſowohl innerhalb der Gemeinde Wenings, als außerhalb; auch auswärtige Juden kommen hin und wieder nach Wenings, um dorten Geſchäfte zu machen. Die chriſtliche Bevölkerung iſt ausſchließlich evangeliſch. Die Einwohnerſchaft iſt im Allgemeinen ſehr ſtändig. Die Auswanderungsluſt iſt nicht groß, in den letzten 3 4 Jahren ſind etwa 6 Fa⸗ milien ausgewandert. Die Heirathen finden meiſt innerhalb der Gemeinde ſtatt, nur ausnahmsweiſe bei Dienenden nach auswärts, trotzdem iſt die Gütertheilung eine große und auch der Güterwechſel nicht unbedeutend.

Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen 1121 Hectar in ca. 9600 Parcellen, wovon 721 Hectar Ackerland, 352 Hectar Wieſen,

33 Hectar Hutweide und 15 Hectar Gärten. Dieſes Land vertheilt ſich nach dem 1¹⁷