Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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Bericht über die

landmirthſchaftlichen Verhältniſſe

Gemeinde Weſthofen, Kreis MWorms,

erſtattet von

den Landwirthen C. Beſt in Oſthofen und O. Möüllinger auf dem Mühl⸗ heimer Hof und Landwirthſchaftslehrer Leithiger in Alsfeld.

Allgemeines.

Weſthofen im Kreiſe Worms liegt im rheinheſſiſchen Hügelland, circa 120 Meter über dem Meeresſpiegel, 6 Kilometer von ſeiner nächſten Bahnſtation Oſthofen(Linksrheiniſche Bahn Mainz⸗Worms), 12 Kilometer von ſeiner Kreisſtadt Worms. Die Eiſenbahnlinie Worms⸗Bingen nähert ſich Weſthofen in der Station Gundersheim auf 4 Kilometer.

Die Gemeinde zählt zur Zeit 1740 Einwohner, im Jahre 1875 waren es 1688, im Jahre 1880 1739. Dieſelben wohnen in 300 Häuſern und bilden 368 Familien. Dem Glaubensbekenntniß nach ſind 1189 evangeliſch, 389 römiſch⸗katholiſch, 145 frei⸗ proteſtantiſch, 17 jüdiſch. Die Einwohnerſchaft iſt eine im Allgemeinen ſehr ſtändige, ſeit vielen Generationen denſelben Familien angehörig. Die Heirathen finden nicht nur innerhalb des Gemeindebezirks ſtatt, vielmehr vermiſchen ſich die Weſthofener Familien häufig mit den Familien der umliegenden Orte. Die Erbtheilung in Natura, wie ſie allgemein üblich iſt, erſchwert dieſe Heirathen um deswegen nicht, weil der Umſatz in den Liegenſchaften fortwährend ein ſehr bedeutender iſt.

Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen eine Fläche von 1475,90 Hectar in 5211 Parcellen, wovon 1289,86 Hectar Ackerland, 3,72 Hectar Wieſen, 125,75 Hectar Weinberge, 0,92 Hectar Weichholz, 45,70 Hectar unbeſteuerbare Flächen und 9,94 Hectar Hofraithe ſind. Dieſes Land vertheilt ſich

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