Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen

9

Weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung ſind in den letzten Jahren, ſoweit die anweſende Bevölkerung in Betracht gezogen wird, nicht vorgekommen.

c. Iſt auch die Vertheilung des den Ortsanweſenden gehörigen Geländes nach Vorſtehendem nicht unvortheilhaft, ſo erſcheint im Gegenſatz hierzu die Beſitzvertheilung innerhalb der Gemarkung im Allgemeinen als eine nicht vortheilhafre. Zunächſt bleibt vom Standpunkte des in Habitzheim ausſchließlich vertretenen Mittel⸗ und Kleinbauernthums aus lebhaft zu bedauern, daß demſelben der namhafte ſtandesherr⸗ liche Großgrundbeſitz gegenüberſteht. Um ſo fühlbarer iſt dieſes Verhältniß geworden, als dieſer Beſitz früher parcellariſch an die Ortseinwohner verpachtet war, was mit dem Jahre 1849 aufgehört hat. Von da an wurde das Gut geſchloſſen verpachtet. Dieſer Umſtand macht ſich bis heute in nachtheiliger Weiſe fühlbar. Außerdem iſt, wie bereits erwähnt, der große, ſtets zunehmende Beſitz der übrigen Ausmärker, dem eine Beſitzvermehrung der Habitzheimer in den Nachbargemarkungen nicht gegenüber⸗ ſteht, recht beklagenswerth. Als Urſache dieſer Verſchiebung kann eben immer nur der im Durchſchnitt unrationelle Betrieb und die dadurch bedingte ungenügende Ren⸗ tabilität des Landbaus bezeichnet werden.

Die Standesherrſchaft hat ihren Beſitz übrigens in den letzten Jahren nicht zu vermehren geſucht.

d. Allmendland iſt nicht vorhanden.

Frage III.

a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen?

b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen?

c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor?

a. Für Acker⸗ und Wieſenland ſtellen ſich die Preiſe gleichmäßig im Durchſchnitt wie folgt:

in 1. Bonitätsclaſſe pro Quadratmeter 48 Pf.

2. 40 3. 32

II 2 If 2

/ 2 12

4. 2 2/ 20/

Die diesbezüglichen amtlichen Angaben der Landesſtatiſtik ſtimmen mit den wirklichen Erlöſen annähernd überein. Die Preiſe ſind hoch. Daß ſie trotz allem erzielt werden, erklärt ſich aus der unverſtändigen Sucht der Leute, ohne Rückſicht auf die Zuträglichkeit eines ſolchen Beginnens und auf den thatſächlichen Mangel an

2