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zugleich betreffs der Rindviehzucht ihre Anſicht dahin aus, daß die bekannten Zeichen der Milchergiebigkeit bei der Züchtung zu wenig beachtet werden, und daß die kleineren Landwirthe alle Urſache haben, auf einen möglichſt zugkräftigen Schlag hinzu⸗ arbeiten.
Der Anſicht des Referenten, daß 2 Gemeindefaſſel für die vorhandenen Kühe zu wenig ſeien(I ch), ſchließt ſich die Commiſſion nicht an, während erſterer ſeinen diesbezüglichen Ausſpruch damit begründet, daß in der betr. Literatur 70 Kühe, ſelbſt bei gleichmäßiger Vertheilung der Sprünge über das ganze Jahr, als die zuläſſige Maximalzahl auf einen ausgewachſenen Stier angegeben würden.
Betreffs der Pferdeaufzucht kann wohl nicht zu oft daran erinnert werden, daß dieſelbe nur dann zu einem befriedigenden Ergebniß führt, wenn den jungen Thieren in irgend welcher Weiſe Gelegenheit zu angemeſſener Bewegung verſchafft wird.— Bei der Fütterung kommen jedenfalls ſehr erhebliche Verſtöße gegenüber dem bezügl. Erkenntnißſtandpunkt vor, beſtehend darin, daß das ſog. Nährſtoffverhältniß vielfach unrichtig, ſpeciell im Winter zu„weit,“ im Sommer dagegen häufig zu„eng“ iſt. Unterzeichnete ſchreiben dieſem Umſtande großentheils die bei den vorliegenden Er⸗ hebungen feſtgeſtellten unbefriedigenden Milcherträge und die erſtaunlich niedrige Grund⸗ rente des als Beiſpiel eines kleinen Schwanheimer Landwirthſchaftsbetriebes ſpeciell betrachteten Gutes zu. Uebrigens kommt bei letzterem auch der relativ ſehr geringe Erlös aus der Federviehhaltung in Betracht und ſpricht die Commiſſion ſich bei dieſer Gelegenheit dahin aus, daß die kleinen Landwirthe Urſache haben, dieſem Zweig ge⸗ bührende Aufmerkſamkeit zu widmen und daß überhaupt derartige unſcheinbare Ein⸗ nahmequellen häufig vernachläſſigt werden, während bei den kleinen Landwirthen— ſonſt guten Betrieb vorausgeſetzt— deren volle Ausnutzung häufig darüber entſcheidet, ob ein Einnahmeüberſchuß verbleibt oder nicht.
Ferner iſt in Uebereinſtimmung mit dem im Erhebungsbericht Geſagten, jedem einzelnen Gutsvorſteher, welcher noch keine Buchführung beſitzt, dringend an's Herz zu legen, eine ſolche einzurichten und zu unterhalten, ſo gut er eben kann. Auf elegante, ſprachlich correcte Ausführung kommt es dabei weniger an, vielmehr ſind Verſtändlichkeit, ſowie richtige Darſtellung der Thatſachen und Vorkommniſſe die Hauptſache.
Diejenigen Landwirthe der Gemeinde, welche von den dargebotenen Gelegenheiten, ſich gegen Unglücksfälle zu verſichern, bis jetzt nicht vollen Gebrauch machen, müſſen insbeſondere angeſichts der prekären Lage, in welcher ſich die meiſten unter ihnen befinden, ernſtlich gewarnt werden, ſich in ſo unbedachter Weiſe den betr. Gefahren ferner auszuſetzen.
Sehr zu loben ſind die Schwanheimer Gemeindeangehörigen wegen ihrer ſoliden, anſpruchsloſen Lebensweiſe und kann man ſie nur darin beſtärken, dieſelbe ſo lange beizubehalten bis die Lage der Landwirthſchaft ihnen einen volleren Lebensgenuß erlaubt. Anderſeits ſind ſie aber auch davor zu warnen, daß genannter löblicher Trieb nicht hin und wieder in falſche Sparſamkeit ausarte, welche ſpäter größere Opfer erfordern würde.


