Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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Egge allein, welche in den meiſten Schwanheimer Landwirthſchaften die einzigen Spannwerkzeuge für die Bodenbearbeitung ſind, eine unter allen Umſtänden befriedigende Bearbeitung nicht durchführbar ſein, ſondern müßten mindeſtens noch Exſtirpatoren, ſowie Glatt⸗ und Scheibenwalzen zur Verfügung ſtehen. Referent hat unter I, d, die Düngerproduction als genügend bezeichnet. Hiermit war jedoch nur gemeint ge⸗ nügend, um die Naturalerträge auf ihrer jetzigen Höhe zu erhalten, nicht um den Boden entſprechend den günſtigen bleibenden Productionsbedingungen an Pflanzen⸗ nährſtoffen zu bereichern und trotz höherer Ernten auf dieſer geſteigerten Fruchtbarkeit zu behaupten. Zu letzterem Zweck wird vielmehr unbedingt eine vermehrte Dünger⸗ zufuhr erforderlich ſein, umſomehr, wenn letztere ſich künftig durch Vertiefung der Ackerkrume auf eine ſtärkere Bodenſchicht vertheilt. Hierbei hat natürlich in erſter Linie die möglichſte Erhaltung und beſte Verwendung der Nährſtoffe des ſelbſterzeugten Düngers in Betracht zu kommen und ſind wir überzeugt, daß bei der Behandlung und Verwendung des Stalldüngers und Compoſtes noch gar manches gebeſſert werden kann. Aber die eigene Düngergewinnung dürfte ſchwerlich genügen, um bei geſteigerten Ernten die Entnahmen an Nährſtoffen zu decken und können daher Verſuche mit Handelsdünger, namentlich mit Stickſtoffdünger und Phosphaten nur angelegentlichſt empfohlen werden.

Den unter I, d, ſeitens des Referenten gegebenen Rathſchlag zu erwägen, inwie⸗ weit etwa Weizenbau an Stelle des Spelzbaues treten ſollte, kann die Commiſſion nur bekräftigen. Bei der großen Differenz in Anſprüchen und Ertragsfähigkeit der verſchiedenen Sorten derſelben Kulturpflanze kann die ſorgfältige und wiederholte Prüfung der Frage, ob die derzeit angebauten Varietäten die geeignetſten ſind, nicht dringend genug angerathen werden. Auch glauben die Unterzeichneten nicht, daß in Bezug auf Stärke und Präparation des Saatguts im Allgemeinen ganz richtig ver⸗ fahren wird. Rückſichtlich der Saatzeit erwähnen Unterzeichnete nur, daß die zeitige Ausſaat im Durchſchnitt der Jahre der ſpäten weit vorzuziehen iſt.

Als einen unbedingt gebotenen Fortſchritt erachtet die Commiſſion die Ein⸗ führung der Drillcultur in der Gemarkung Schwanheim. Endlich bemerkt dieſelbe bezüglich des Pflanzenbaues nur noch, daß der Erſatz der durch den Winter 1879/80 zu Grunde gegangenen Obſtbäume wohl mit aller Energie durchgeführt werden ſollte.

Auch für die Viehzucht gilt der oben ausgeſprochene Satz. Ihr Erfolg hängt vorzugsweiſe von der richtigen Wahl des Zieles, von der wirthſchaftlichen Leiſtungs⸗ fähigkeit des Viehſtandes unter den gegebenen Haltungsverhältniſſen in Richtung des Haltungszweckes, ſowie von der angemeſſenen Fütterung und Pflege ab.

Die in Schwanheim gewählte Allgemeinrichtung der Viehzucht entſpricht nach Anſicht der Unterzeichneten vollkommen den vorliegenden Verhältniſſen. Die Be⸗ ſchaffung des Viehſtandes, namentlich die im Wege eigener Aufzucht anlangend, erinnern Unterzeichnete daran, daß ein diesbezügl. häufig vorkommendes Grundübel die Plan⸗ loſigkeit, d. h. die ungenügende Feſtſtellung des Züchtungszieles und der zur Erreichung desſelben erforderlichen Etappen iſt. Sie halten es für wichtig, zu unterſuchen, ob

auch in Schwanheim in dieſer Hinſicht weſentliche Fehler gemacht werden und ſprechen