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Beſondere äußere Urſachen ſind für dieſe Erſcheinung hier in Weſthofen wohl kaum anzuführen. Sie liegen in dem allgemeinen Druck, unter dem ſich die Land⸗ wirthſchaft ſeit einem Decennium befindet. Dem fortwährenden Preisrückgang der landwirthſchaftlichen Hauptproducte, beſonders des Getreides, einerſeits und den ge⸗ ſteigerten Ausgaben für Löhne, Steuern, öffentliche und private Zwecke andererſeits. Es kann für Weſthofen als zweifellos ſicher angenommen werden, daß die Güter bis in die neueſte Zeit herein gut rentirt haben, ſonſt würde nicht die Verſchuldung, bei dem ſtarken Umſatz in den Liegenſchaften, bei den ſonſtigen ziemlich hohen Anſprüchen der Bewohner an das Leben, eine verhältnißmäßig ſo niedrige ſein. Daß die Renta⸗ bilität vielfach auch heute noch eine befriedigende iſt, geht daraus hervor, daß ein Preisrückgang in den Grundſtücken nicht ſtattgefunden hat. Hierbei muß allerdings noch bemerkt werden, daß eine Beſſerung des Betriebes ganz allgemein ſtattgefunden hat und noch ſtattfindet.
Der Druck, unter dem ſich die Landwirthſchaft befindet, hat ſich allerdings in Weſthofen nicht in dem Maße fühlbar gemacht, als wie in Gemeinden und Gegenden mit weniger günſtigen Boden⸗ und climatiſchen Verhältniſſen, er macht ſich aber da⸗ durch bemerkbar, daß die Gutsbeſitzer ihre Ausgaben nach jeder Richtung hin ein⸗ ſchränken, abgeſehen von den überall gehörten ſonſtigen Klagen. Im Allgemeinen kann aber die Lage der landwirthſchafttreibenden Bevölkerung in Weſthofen als eine geſunde bezeichnet werden, und iſt auch nicht zu bezweifeln, daß die theilweiſe ungenügende Rentabilität, wenn nicht neue Hemmniſſe eintreten, durch erhöhte Anſtrengung, durch intenſivere Betriebsweiſe bald beſeitigt ſein wird.
Frage X.
Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen?
Die Gemeinde Weſthofen kann im Allgemeinen als typiſch für den ſüdlichen Theil der Provinz Rheinheſſen, insbeſondere des Kreiſes Worms betrachtet werden. Verſchiedentlich iſt ſogar die Anſicht ausgeſprochen worden, daß die benachbarten Ge⸗ meinden, ſowohl nach dem Rhein, wie nach dem Bergland zu, wirthſchaftlich beſſer ſituirt ſeien, als wie Weſthofen.
Aus dem Bericht geht nun hervor, daß die wirthſchaftliche Lage der landwirth⸗ ſchafttreibenden Bevölkerung als eine durchaus befriedigende und geſunde bezeichnet werden muß. Die Verſchuldung mit durchſchnittlich 12,91 pCt. des geſammten Im⸗ mobiliarbeſitzes oder mit 23,09 pCt. des Immobiliarbeſitzes der Verſchuldeten kann bei den z. Z. ſtationär bleibenden Bodenpreiſen zu Bedenken keinen Anlaß geben. Wenn auch Einzelne in ihrem Vermögensſtande zurückgehen, ſo vermag ſich doch der größte Theil der Verſchuldeten zum mindeſten in ſeinem Vermögensſtand zu erhalten, der größere Theil der Bevölkerung macht aber auch heute noch wirthſchaftliche Fortſchritte.


