Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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Schweinezucht getrieben wird. Sehr ungünſtig iſt das Reſultat im größeren Gute, in welchem die Rindviehmaſt ganz weſeutlich im Vordergrund ſteht. Dieſe Reſultate würden die Anſicht Derjenigen unterſtützen, welche ſagen, daß eine weitere Ausdehnung der Viehzucht, ſpeciell der Rindviehzucht, für die dortigen Verhältniſſe nicht empfehlens⸗ werth ſei. Eine ſehr weſentliche Verbeſſerung derſelben iſt nicht möglich. Vielleicht wäre es daher ſogar angezeigt, und iſt dies auch gefordert worden, bei dem rück⸗ ſchreitenden Gang der Preiſe für thieriſche Producte die Viehzucht überhaupt ein⸗ zuſchränken. Freilich iſt hierzu zu bemerken, daß dies nur für ſolche Wirthſchaften in weiterem Maße angänglich und empfehleuswerth iſt, die ihre Ländereien in hoher Cultur haben, und denen auch die in dieſem Falle in viel höherem Grade nöthigen practiſchen und theoretiſchen Kenntniſſe nicht abgehen.

Bezüglich der Lebensweiſe der Bevölkerung ſelbſt iſt zu erwähnen, und wird dies auch durch die Anlagen in das richtige Licht geſetzt, daß dieſelbe nicht nur eine über⸗ aus kräftige, ſondern vielfach ſogar eine luxuriöſe iſt.

III. Geldrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geld⸗ einnahme und Geldausgaben.

Zu den Geldrechnungen iſt zunächſt noch zu bemerken, daß in denſelben in den Ausgaben die Zinſen für geliehene Capitalien nicht mit aufgeführt wurden. Es würde hierdurch der Ueberſchuß in dem größeren Gut um ca. 1500 Mk. geringer ausfallen. Thatſächlich würde derſelbe alſo betragen, im größeren Gut 6432 Mk. 42 Pf., im mittleren 229 Mk. 28 Pf. und im kleineren 86 Mk. 76 Pf. Unter Zugrundelegung dieſer Ergebniſſe würden alſo die Weſthofener Landwirthe noch Capitalien anzuſammeln im Stande ſein. Am ungünſtigſten ſtellt ſich zweifellos das Ergebniß des mittleren Gutes. Wäre dasſelbe nur mit 6 10000 Mk. belaſtet, ſo würde der Geldüberſchuß nicht hinreichen, die Zinſen zu decken und der Beſitzer müßte in ſeinem Vermögensſtand zurückgehen. Dieſen mittleren Gruppen mit 5 10 und mit 1020 Hectar Beſitz ge⸗ hören in Summa 27 verſchuldete Beſitzer an und zwar iſt deren Beſitz mit ca. 16 bis 17 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes belaſtet. Würde ſich für dieſe das Reſultat der Geldrechnung ähnlich ſtellen, wie in Gut der Anlage II, in welchem in dem Er⸗ hebungsjahr allerdings größere Weinbergsanlagen den Geldüberſchuß verringert haben, ſo wäre deren Lage immerhin eine ſolche, daß ſie ſich kaum in ihrem Beſitzſtand zu er⸗ halten vermöchten.

Ebenſo würde es aber auch mit einem Theil der 79 verſchuldeten Beſitzer der Gruppen 2 und 3 mit 12 Hectar und mit 25 Hectar der Fall ſein, die mit 34 reſp. 28 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes verſchuldet angegeben ſind. Unter Zugrunde⸗ legung der Reſultate des Gutes in Anlage III würde eine Belaſtung mit 28 bis 34 pCt. einen Rückgang im Vermögensſtand bedingen. Im Ganzen würden alſo immerhin eine Anzahl Landwirthe zu kämpfen haben, um nicht zurück zu gehen, während die übrigen mehr oder weniger Fortſchritte machen würden. Alles in Allem überwiegt aber in Weſthofen die Capitalanſammlung zweifellos noch weſentlich den Capitalbedarf.

Die Geldrechnungen geben ferner darüber Aufſchluß, nach welcher Richtung ſich die Production hauptſächlich bewegt. Wir haben bei Beautwortung der Frage I ſchon