Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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c. Die Beſitzvertheilung iſt als eine im Großen und Ganzen ungünſtige zu be⸗ zeichnen. Die letzte Urſache dieſer ungünſtigen Verhältniſſe muß in dem geltenden bäuerlichen Erbrecht gefunden werden. Durch dasſelbe wird einer für den dermaligen allerdings relativ immerhin niederen, aber unter der gegebenen vollſten Meliorations⸗ unfähigkeit der Grundſtücke wirthſchaftlich allein zu rechtfertigenden Intenſitätsgrad einer immer ausgeſprocheneren Zwergwirthſchaft Thür und Thor geöffnet, mit pro⸗ greſſiv immer mehr zunehmender Ueberlaſtung durch Gebäude und todtes Inventarien⸗ capital. Dieſe an ſich ſchon enormen Nachtheile wachſen zu noch unleidlicherer Höhe durch die in der immer zerriſſeneren Gemenglage auch maßloſeren Entfernungen. Dieſer Mißſtandden Herd ſo weit von der Küche zu haben, muß in dem Maß, als doch ein intenſiverer Betrieb zum Durchbruch kommen ſollte, immer empfindlicher werden.

Die weiten Entfernungen zwingen den einzelnen Betrieben, wie ſchon erwähnt, die theueren Pferdehaltungen auf. Um dieſe dann entſprechend auszunützen, genügen in ſehr vielen Fällen die eigenthümlichen Ländereien nicht mehr; es wird noch zuge⸗ pachtet, aber unter Anlegung von Pachtpreiſen, welche bei der Zahl günſtiger ſituirter Concurrenten an ſich ſchon geſchraubt, bei dem durch die gegebenen Verhältniſſe aufge⸗ zwungenen relativ niederen Intenſitätsgrad aber vollends von vornherein ſich als abſolut unwirthſchaftlich erweiſen müſſen. Aus dieſer Verkettung von Umſtänden dürfte ſich die Thatſache erklären, daß im Großen und Ganzen die meiſten Landwirthſchaft in kleinerem Umfange allein betreibenden Haushaltungen nach einem Jahre voll ſchweißvoller Arbeit und Mühe im günſtigſten Falle kaum Nennenswerthes vor ſich gebracht haben.

d. Die Gemeinde beſitzt 13,25 Hectar Allmendland. Dieſes iſt verpachtet und wird der Ertrag desſelben im Betrag von 677,50 Mk. an die Ortsbürger vertheilt. Einen Einfluß auf die Lage der Landbau treibenden Bevölkerung hat dies nicht.

Frage III.

a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen?

b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen?

c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor?

a. Die mittleren Kaufwerthe in der Gemarkung Ginsheim betragen pro Qua⸗ dratmeter: