Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
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Es ſtellt ſich die Rechnung wie folgt:

3 pCt. Zinſen....... 378, Mk. Mehr Ausgaben als Einnahmen. 143,34 Summa Verluſt.. 521,34 Mk.

Deckte ſeine Tochter nicht einerſeits den Verluſt, andererſeits wäre er verſchuldet, ſo wäre auch dieſer Unternehmer, von dem im Uebrigen dasſelbe gilt wie ad 1, dem Ruin verfallen.

Die Rentabilität des Landwirthſchaftsbetriebes iſt daher als abſolut ſchlecht zu bezeichnen.

Welches ſind nun die Urſachen dieſer ſchlechten Rentabilität?

1. Durch das Emporſchnellen des Grund⸗ und Bodenpreiſes weit hinaus über den reellen Werth desſelben! Die Urſachen ſind in Folgendem zu ſuchen:

Während in früheren Jahrzehnten die ſich als Ueberſchuß durch die Bevölke⸗ rungszunahme herausſtellenden Einwohner, welche aus ihrem Beſitz aus dieſem oder jenem Grunde verdrängt, zur Auswanderung ſich gezwungen ſahen, weil ſie auf ihrem ihnen durch Erbſchaft zugefallenen Beſitz ſich ohne Nebenverdienſt nicht ernähren konnten, fingen die Ortſchaften an, als durch das Emporblühen der Induſtrie in Heſſen ſich Nebenverdienſte aller Art fanden, ihren Ueberſchuß zu behalten. Während vordem die Größe und Zahl der Beſitzungen ſich gleich blieb, weil die Abziehenden ihre Ländereien billig abgaben, nahm nun mit dem Aufhören der Auswanderung die Verparcellirung des Beſitzes rapide zu. Ledige Perſonen, welche bei der Vertheilung der Nachlaſſenſchaften nur Ländereien erbten in Mühlheim ſind zur Zeit deren 124 ſuchten Auswärts Verdienſt und bauten ſich dann bei Gründung ihres Haus⸗ ſtandes von dem Erſparten eine Hofraithe. Andere, mit baar Geld abgefunden, oder mit Erſparniſſen von Außen zurückkehrend, bauten oder kauften zuerſt eine ſolche, und begannen dann eine Parcelle nach der anderen anzukaufen. So häufte ſich mit dem Wachſen der Bevölkerung und mit der Mehrung der auswärtigen Arbeitsgelegenheiten die Zahl derer, welche ſich anſäſſig machen wollten, eventuell welche Grundbeſitz zu erwerben ſuchten. Dazu kamen die hohen Getreidepreiſe in den fünfziger und An⸗ fangs der ſechziger Jahre. Das Steigen des Grund⸗ und Bodenpreiſes datirt that⸗ ſächlich aus der Zeit des Beginns der Induſtrie und des Eiſenbahnbaues.

Bei der Gepflogenheit, die Hofraithe einem der Kinder zu einem beſtimmten Preiſe, dagegen die Ländereien in Natura an alle Kinder vertheilt, zu vererben, wurden, ſo weit ſich durch Verheirathungen nicht wieder Conſolidationen vollzogen, immer mehr landwirthſchaftliches Anweſen in immer kleinerem Umfange geſchaffen. Je mehr der Grundbeſitz zerſplitterte, je kleiner die Parcellen wurden, je mehr alſo ſich Gelegenheit bot, Grundbeſitzer zu Anfang auf ſo kleinen Ackerſtücken zu werden, je mehr wuchs die Zahl der Concurrenten auf ſolche. Das Ausbieten der Aecker auf Ziele, wodurch dem in ſicherem Verdienſt ſtehenden Handwerker und Arbeiter Gelegen⸗ heit geboten wurde, kleine Erſparniſſe ſofort zur Abzahlung von Zielen zu verwenden,