Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
8
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Frage IV.

a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein?

b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz?

ce. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht?

a. Die Pachtgüter betragen circa 100 Hectar, beſtehen nur in Ackerland(von den Wieſen wird das Gras alljährlich verſteigert) und werden nur von den kleinen Grundbeſitzern gepachtet. Die einzelnen Parcellen haben durchſchnittlich eine Größe von 15 20 Ar. Der Pachtpreis beträgt im Durchſchnitt pro Hectar circa: I. Claſſe 140 Mk., II. Claſſe 120 Mk., III. Claſſe 100 Mk., IV. Claſſe 80 Mk., mithin 3 ½ pCt. des mittleren Kaufwerthes. Der Nutzen der Pächter aus den Pachtgütern beſteht hauptſächlich in der Verwerthung ihrer Arbeitskraft, und wird dabei berück⸗ ſichtigt, daß von dem Rohertrag der Pachtgüter keine Grundſteuer und ebenſo nichts für Gebäudecapital(weil die Gebäude ſchon für die eigene Wirthſchaft vorhanden ſind) in Abzug zu bringen iſt, ſo ergibt ſich neben der Arbeitsrente auch noch ein kleiner Gewinn.

b. Die Pachtdauer iſt im Allgemeinen 6 Jahre, die Steuern ꝛc. werden vom Verpächter bezahlt, Vergütung für Verbeſſerungen oder Pachtnachläſſe bei elementaren Unglücksfällen finden nicht ſtatt. Fiscaliſcher und ſtandesherrlicher Grundbeſitz iſt nicht vorhanden.

c. Die anderweitigen Pachtbedingungen ſind für den Pächter nicht beſchwerend.

Frage V.

a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern?

b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange?

a. Beinahe ſämmtliche Landwirthe haben Mobilien und Producte bei den Feuer⸗ verſicherungsgeſellſchaften Providentia, Aachen⸗Münchener und Colonia verſichert,