Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen

6=

d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung?

a. Die Größe der Gemarkung(= 1380,55 Hectar) incluſive des aus der Ge⸗ markung Hammerau in die Aufnahme miteinbezogenen Theils(= 55,30 Hectar) beträgt 1430,85 Hectar, die Zahl der Haushaltungen mit Landwirthſchaft 407. Hiervon können nur 1020,20 Hectar und 298 Haushaltungen überhaupt in Betracht gezogen werden, da der übrige Theil, und zwar mit 37,53 Hectar auf ganz kleine, nicht in Betracht zu bringende Beſitzungen, und der Reſt auf die Gemeinde, Pfarrei, Kirche und Ausmärker entfällt. Es kommen demnach auf eine Haushaltung durch⸗ ſchnittlich 3,42 Hectar.

b. Die Beantwortung der Frage VIII gibt ein Bild der Vertheilung des Grund⸗ beſitzes unter die einzelnen Beſitzgruppen, ein Großgrundbeſitz iſt darnach nicht vor⸗ handen. In der todten Hand befinden ſich circa 3435 Hectar der Pfarrei und Kirche gehöriges Gelände, das im Einzelnen verpachtet iſt; die Gemeinde beſitzt circa 267 Hectar, von denen, wie zu d erwähnt, 115,06 Hectar an die Ortsbürger vertheilt ſind, 22,92 Hectar Acker ſind verpachtet, und von 125,15 Hectar Wieſe wird das Gras alljährlich verſteigert, der Reſt iſt als Beſoldungsgut für verſchiedene Gemeinde⸗ bedienſtete verwendet.

Weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung ſind ſeit geraumen Jahren nicht vorgekommen.

c. Die Beſitzvertheilung kann wenn man den größeren Grundbeſitz der Ge⸗ meinde und Pfarrei, welcher jedoch der Bevölkerung wieder indirect zu gut kommt, außer Acht läßt als günſtig bezeichnet werden. Nach Frage IX reichen 4 Hectar zur Ernährung einer Haushaltung von 45 erwachſenen Perſonen aus, während im Allgemeinen im Verhältniß der Zahl der Haushaltungen zur Kopfzahl 4 Perſonen (etwa 2 Erwachſene und 2 Kinder) auf eine Familie kommen, zu deren Ernährung 3,42 Hectar unter beſcheidenen Anſprüchen wohl ausreichen, um ſo mehr, da hierzu noch 25 Ar Allmenden von der Gemeinde kommen. Zieht man daneben den Grund⸗ beſitz der Gemeinde und Pfarrei mit circa 58 Hectar Ackerland, der ſich als Pachtgut in den Händen der kleinen Beſitzer befindet, in Betracht, ſo iſt damit auch genügende Beſchäftigung geboten.

d. Von dem Grundbeſitz der Gemeinde ſind 115,06 Hectar an die Ortsbürger als Allmend vertheilt, und hat zur Zeit jeder Bürger hiervon 9,50 Ar Acker und 15 Ar Wieſe, und übt dieſer Allmendgenuß unter den wirthſchaftlichen Verhältniſſen nach c, ſowie der Frage VIII, wonach unter 298 Beſitzer 236 unter 5 Hectar be⸗ wirthſchaften, auf die Lage der Bevölkerung einen ſehr wohlthätigen Einfluß.

Frage III.

a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗

8