Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen

41

Die Fruchtbarkeit der Ländereien kann im Allgemeinen als eine recht gute be⸗ zeichnet werden, und geht nur an einzelnen Theilen bis zu einer mittleren herab. Die Wieſen in der Gemarkung Groß⸗Rohrheim liefern ziemlich viel Heu, jedoch weniger gute Qualität, die in der Gemarkung Hammerau umgekehrt, ſehr gute Qualität bei weniger Quantum.

Der Flächeninhalt der Gemarkung Groß⸗Rohrheim vertheilt ſich nach dem Cen⸗ tralcataſter in folgende Bonitätsclaſſen:

I. Claſſe II. Claſſe III. Claſſe IV. Claſſe

Hectar Ar Hectar Ar Hectar Ar Hectar Ar Ackerland: 39 87,00 153 23,00 464 67,25 236 79,75 Wieſen: 10 26,75 11 17,75 23 05,50 441 35,50

Das Ortsgericht hat jedoch dieſe Eintheilung als nicht mehr zutreffend erachtet, und die Gemarkung ihrem jetzigen Werth entſprechend in die nachſtehenden Bonitäts⸗ claſſen eingeſchätzt:

I. Claſſe II. Claſſe III. Claſſe IV. Claſſe

Hectar Ar Hectar Ar Hectar Ar Hectar Ar Ackerland: 56 45,25 226 84,40 301 62,66 309 95,75 Wieſen: 21 12,50 111 80,00 352 74,97

Die Wieſen der Gemarkung Hammerau mit 12 Hectar in die I. und mit 43 Hectar 30,69 Ar in die II. Claſſe.

b. Es gibt nur zwei Arten Culturland in Groß⸗Rohrheim, Acker und Wieſe, wenig Gartenland. Die Wieſen ſind Feldwieſen ohne Bewäſſerung. Das Verhältniß der Acker⸗ zu der Wieſenfläche iſt ungefähr wie 2:1, incluſive der Wieſen in der Hammerau wie 8: 5. Bei der unbeſtreitbar beſſeren Rentabilität der Viehzucht gegen⸗ über dem Getreidebau iſt dieſes Verhältniß, welches alle Bedingungen zu einer ge⸗ deihlichen Viehzucht in ſich vereinigt, als ein wirthſchaftlich ſehr günſtiges zu be⸗ zeichnen.

c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte der Landwirthſchaft ſind Wieſenheu und Getreide, von letzterem namentlich Gerſte und Korn, nur wenig Spelz und Hafer; alsdann Kartoffeln, Rüben und Klee. Mit Ausnahme der Gerſte, welche faſt aus⸗ ſchließlich zum Verkauf angebaut wird, werden im Allgemeinen nur noch etwas Zucker⸗ rüben, Spelz und Kartoffeln verkauft. Der Obſtbau iſt ohne Bedeutung. Bezüglich der thieriſchen Producte iſt namentlich die Rindviehzucht und Schweine⸗ haltung, weniger die Schweinezucht zu erwähnen; während demgegenüber die Milch⸗ production zurücktritt. Die Milch wird verbuttert, und die Rückſtände zum größeren Theil als Käſe, zum kleineren als Schweinefutter verwerthet.

Vorzugsweiſe geltend machen ſich demnach in der Productionsrichtung: Wieſenheu, Gerſte, Korn, Schweinefleiſch und Rindvieh. Die im Allgemeinen übliche Fruchtfolge iſt wie nachſtehend: 1. Kartoffeln und Rüben, 2. Gerſte, 3. Korn, Klee(meiſt Luzerne), 4. Hackfrucht, 5. Gerſte, Spelz, 6. Korn oder Hafer, Klee.

d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt im Allgemeinen ein nicht unrationeller, wobei allerdings geſagt werden muß, daß bei einzelnen Wirthſchaften mehr