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Die vorſtehende Aufnahme gründet ſich auf die ſpeciell für dieſen Zweck vor⸗ genommene Zählung. Der namhafte Unterſchied zwiſchen dieſer und der letzten allge⸗ meinen Reichs⸗Biehzählung erklärt ſich dadurch, daß die Letztere zur Zeit des Hoch⸗ waſſers, wobei Groß⸗Rohrheim ganz überſchwemmt, und viel Vieh auswärts unter⸗ gebracht war, ſtattfand.
Frage I.
a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering?
b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen?
c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend?
d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche?
Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weitgehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang?
a. Das Ackerland der Gemarkung Groß⸗Rohrheim iſt größtentheils leichter Lehmboden, der an einzelnen Stellen mehr oder weniger in ſtrengen Lehmboden über⸗ geht, nur ein ganz kleiner Theil iſt Sandboden. Der Oberboden iſt nicht ſehr tief, durchſchnittlich etwa 50— 60 Centimeter, darunter liegt rother Letten, theilweiſe auch Sand. Der Boden iſt faſt durchweg luzernefähig, doch verträgt er längere Zeit dauernde trockene Witterung nicht ſehr gut. Das Terrain iſt ganz eben. Die Wieſen, die ebenfalls ganz eben ſind, liegen etwas tiefer als das Ackerland und haben faſt durchweg Moorboden, der ſehr an Näſſe leidet. Bei hohem Waſſerſtand im Rhein, von dem ſie nicht ſehr fern liegen, leiden ſie an Grundwaſſer. Der Boden der Ge⸗ markung Hammerau iſt mehr Lettenboden, der bei anhaltender Trockenheit im Sommer ſehr hart und feſt wird, was die Ertragsfähigkeit beſchränkt. Auch hier zeigt ſich bei hohem Waſſerſtand im Rhein an vielen Stellen Quellwaſſer. Die Gemarkung, welche mit der Hammerau zuſammenhängt, iſt nach Nord⸗Oſt und Süd⸗Oſt von Hochwald umgeben, nach Süden und Weſten ganz offen, und wird daſelbſt eine große Strecke vom Rhein begrenzt. Das Clima iſt das der Rheinebene, ſonach günſtig.


