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In Beziehung auf Ackerbau und Wieſencultur ſei bemerkt, daß auch wohl natür⸗ liche Hinderniſſe einer rationellen Betriebsweiſe entgegenſtehen. Einmal iſt dies das rauhe Clima, welches nicht geſtattet, Culturgewächſe in größerer Ausdehnung zu bauen, dann der ſeichte Boden, welcher, wie ſchon bemerkt, gründliche Bearbeitung nicht zuläßt. Ferner iſt die Parcellirung eine überaus ſtarke(ca. 8,5 Parcellen pro Hectar inel. Einrechnung des zum großen Theil in größeren Flächen liegenden Fürſt⸗ lich Birſtein'ſchen Hofguts) und die einzelnen Felder ſind bei Weitem nicht alle durch Wege direct zugänglich. Welche Nachtheile aus einem ſolchen Zuſtande erwachſen, bedarf keiner Auseinanderſetzung.
Der Viehſtand iſt in ſeiner Art fortgeſchritten, ob aber die Bauern das Richtige darin getroffen haben, Simmenthaler ſtatt des einheimiſchen Vogelsberger Schlages einzuführen, iſt eine Frage, die verſchieden beurtheilt werden kann und wird. Allein, wie geſagt, es iſt nicht zu leugnen, daß die Landwirthe mit der Einführung der Simmenthaler Raſſe mit Verſtändniß und Conſequenz zu Werke gegangen ſind, es zeugen davon die gleichmäßig ausſehenden, wenn auch nicht gerade großen und ſtarken Thiere. Die beiden dermalen vorhandenen Gemeindebullen ſind Simmenthaler reine Raſſe und ſtattliche Thiere.
Was die Verwerthung der Milchproducte anbetrifft, ſo wurde früher ſchon ge⸗ ſagt, daß dieſelbe darin beſteht, daß die Milch zu Butter verarbeitet wird, daß man aber einen Anſchluß an die Molkerei in Birſtein erſtrebt, wodurch dann gewiß ein größerer Ertrag für die einzelnen Haushaltungen erzielt werden kann, als bisher.
Künſtliche Düngemittel wurden von den Kleinbauern in Wenings ſeither gar nicht angewandt. Sollte die Zuckerrüben⸗Cultur ſich mehr ausdehnen, ſo wird dies in Zukunft wohl mehr der Fall ſein müſſen.
Die Wieſen werden nur durch die Herbſt- und Winterwäſſerung in gutem Er⸗ trag erhalten. Die Anwendung von Kraftfutter für das Rindvieh iſt eine ſehr ge⸗ ringe und beſchränkt ſich auf die Hingabe von etwas Oelkuchen und der von dem Brodgetreide entfallenden Kleie; gegen Frühjahr wird auch von letzterer hin und wieder noch etwas zugekauft.
Frage II.
a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung?
b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten?
c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗
theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. 2¹⁷


